Viel Schild, wenig Sinn

Heilbronn - Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Am Weinsberger Sattel zum Beispiel, da stehen seit Wochen einige Verkehrsschilder, von deren Existenz erfuhr das Heilbronner Amt für Straßenwesen erst durch einen Anruf unserer Redaktion.

Von Helmut Buchholz

Viel Schild, wenig Sinn Heilbronn - Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Am Weinsberger Sattel zum Beispiel, da stehen seit Wochen einige Verkehrsschilder, von deren Existenz erfuhr das Heilbronner Amt für Straßenwesen erst durch einen Anruf unserer Redaktion. Die Schilder stiften aber nicht nur viel Verwirrung, weil zunächst unklar war, wer sie montiert hat. Niemand weiß so ganz genau, was sie regeln sollen, da sie sich widersprechen. Der rote Kreis mit dem schwarzen Männchen in der Mitte heißt: Dieser Weg ist für Fußgänger verboten. Doch ein Zusatzschild „Wartberg frei“ hebt dieses Verbot wieder auf. Was gilt denn nun?

Nicht verkehrssicher

Vielleicht fragen wir den Urheber des Kuddelmuddels, der sich nach einigen weiteren Anrufen frank und frei zu der Aktion bekennt: das Straßenbauamt im Landratsamt. „Der Gehweg an der Bundesstraße von Weinsberg zum Sattel war nicht mehr verkehrssicher, deshalb musste er gesperrt werden“, erklärt Thomas Thullner, Amtschef in der Kreisbehörde. Das sei dem Heilbronner Rathaus auch mitgeteilt worden. Allerdings ging diese Nachricht irgendwie unter. Der Grund für das Kommunikationsdefizit: „Der zuständige Mitarbeiter war krank“, sagt Karl-Heinz Frenzel vom Amt für Straßenwesen.

Sei's drum. Nun darf ja nicht Hinz und Kunz die Landschaft nach Belieben mit Verkehrsschildern dekorieren. Das sollte auch für das Landratsamt im Heilbronner Stadtgebiet gelten. Tatsächlich sind die Fußgänger-verboten-Schilder aber „in der Sache richtig“, erklärt Frenzel für die Heilbronner Seite. Das Straßenbauamt des Landratsamtes war in diesem Fall sogar ausdrücklich befugt, auf fremden Territorium zu agieren. Denn Stadt- und Landkreis haben einen Vertrag abgeschlossen, der regelt, dass das Straßenamt der Kreisbehörde am Weinsberger Sattel zum Beispiel den Winterdienst macht und Schlaglöcher ausbessert. Auch das Aufstellen der Schilder ist möglich. Frenzel nimmt dem Kollegen Thullner darum das Ding mit den Schildern kaum krumm. Oder vielleicht doch ein bisschen? Schließlich hinterlässt das Schild am Wanderparkplatz Fragezeichen beim Betrachter.

Nicht schlüssig

Warum wird hier das Verbot durch den Zusatz „Wartberg frei“ wieder aufgehoben? „Das Schild ist nicht ganz schlüssig“, sagt Frenzel. „Man kann es missverstehen“, gibt Thullner zu. Und da beide Männer der Tat sind, ließen sie es längst durch ein anderes Zusatzschild ersetzen. Jetzt steht unter dem Fußgänger-verboten-Schild statt „Wartberg frei“ einfach nur „100 Meter“. Alles klar? Wohl kaum. Am besten wäre es wohl, das Verbotsschild ganz abzubauen, um den Spaziergang vom Wanderparkplatz auf den Wartberg nicht zu verbieten. Warum das nicht längst geschehen ist? Schuld ist ein weiteres Schild, das es noch nicht gibt.

Das Amt für Straßenwesen muss dieses neue Verkehrsschild erst herstellen lassen, da es nicht auf Lager ist. Damit soll der Fußgänger am Wanderparkplatz eindeutig zur Benutzung auf den Weg nach Weinsberg hingewiesen werden, der parallel zur Straße verläuft. Bis dieses neue Schild produziert und installiert ist, darf das alte noch ein bisschen für Verwirrung sorgen. Schöne Grüße aus Schilda.



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