Trecker-Treck: Sonne, Staub und Abgasschwaden

Heilbronn - Abgas- und Staubschwaden hängen in der Luft. Die Traktoren brüllen. Sonntags ist Hochbetrieb beim Sontheimer Trecker-Treck und hunderte Fans säumen den Acker beim Kräftemessen der Traktoren.

Von Gertrud Schubert

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Heilbronn - Abgas- und Staubschwaden hängen in der Luft. Die Traktoren brüllen. Sonntags ist Hochbetrieb beim Sontheimer Trecker-Treck. Und doch sind alle - Veranstalter, Teilnehmer, Zuschauer - festfröhlich und gelassen. Von Wettkampfstress keine Spur.

Ein Hanomag fährt zur Oldieparade auf den Hüttenäckern.
Selbst die Sonne lacht. Bisweilen riecht es ein bisschen nach Stroh, Acker, Landwirtschaft, Herbst. Trotz aller Motorengewalt - die nicht nur, aber doch hauptsächlich die Männer am Trecker-Treck fasziniert - hat sich die Veranstaltung auf den Hüttenäckern längst zum landwirtschaftlichen Hauptfest von Heilbronn gemausert: reelle Bewirtung, reibungsloser Ablauf und eine unvergleichliche Schlepperversammlung, diesmal mit 282 Teilnehmern.

Hanomag, Dieselross und Lanz Bulldogs tuckern in der sonntäglichen Oldieparade übers Feld. Die modern(er)e Gerätschaft und ihre Besatzung aber demonstrieren beim Treck Kraft und Können. Samstags die Jeeps, Quads und Schmalspurschlepper, sonntags die Traktoren, sortiert nach PS und Gewichtsklasse.

Am Samstag

31.08.2011

Allein 88 Wettkampfteilnehmer zogen am Samstag in zwei Reihen bis zu 6,5 Tonnen schwere Bremswagen über den Acker. Nicht wenige Full Pulls wurden bejubelt, das heißt, dass der Traktor samt Gewicht nach 75 Metern das Zielbanner passierte. Beim Mannschaftsziehen - je 15 Männer und Frauen versuchen, 3,5 Tonnen Gewicht zu bewegen - waren dieses Mal acht Teams am Start. Sieger wurden Alfreds Treckerfreunde aus Massenbach.

Zum ersten Mal ist das Team vom Auchterthof bei Reutlingen vorgefahren, das heißt, sie kamen gleich zweimal, weil nur drei ihrer sechs Schlepper auf den Auflieger passten. Ein Fallschirm schwebt schließlich als riesiger Sonnenschirm über ihrem Wagen. Die Treckerfans aus Aglasterhausen haben ihren Logenplatz gleich mitgebracht - einen Sofa-Anhänger mit Platz für mindestens 15 Fans. Viel Fußvolk drängelt sich am Sonntag entlang der Absperrung, in der zweiten Reihe genießen die „Profis“ von ihren Wagen aus die gute Aussicht aufs Geschehen.

Wie viele Schlepper da anrücken? Weit über 200 auf jeden Fall. Nicht einmal Trecker-Treck-Chef Franz Weis weiß es genau. Weil es ständig Nachmeldungen gibt. Und weil sie fahren, bis alle zwei Mal gezogen haben. Das dauert am Sonntag schon bis in den Abend hinein. Obwohl sie nonstop fahren. Aber das ist ja gerade das Faszinierende.

Spitze organisiert

Steffen Böpple vom Auchterthof-Team ist begeistert: „Das ist hier alles spitze organisiert.“ Jan Rügner (und andere der insgesamt 100 Trecker-Team-Helfer) ist ein Glied in der reibungslosen Organisationskette. „Gerade ist ein Gewirr drin“, sagt er und dirigiert die wartenden Traktoren in die richtige Reihenfolge. Nach jedem Zug ebnet ein Traktor die Spur, ein anderer schiebt eilig den Bremswagen in Ausgangsposition. Auch das finden die Teilnehmer großartig.