Tag der deutschen Moschee: Dialog der Religionen - Aufräumen mit Vorurteilen

Heilbronn - Was hat der Tag der deutschen Einheit mit dem Islam zu tun? Eine ganze Menge, meint Ferhat Dag. Laut dem Sprecher der islamischen Gemeinde Heilbronn wohnen allein in der Käthchenstadt rund 10 000 Muslime. Viele von ihnen sind deutsche Staatsbürger. Und doch lebe man im Privaten oft von den anderen Religionsgruppen getrennt, bedauert Dag.

Heilbronn - Was hat der Tag der deutschen Einheit mit dem Islam zu tun? Eine ganze Menge, meint Ferhat Dag. Laut dem Sprecher der islamischen Gemeinde Heilbronn wohnen allein in der Käthchenstadt rund 10 000 Muslime. Viele von ihnen sind deutsche Staatsbürger. Und doch lebe man im Privaten oft von den anderen Religionsgruppen getrennt, bedauert Dag. Deshalb gibt es parallel zum Nationalfeiertag den Tag der Offenen Moschee.

Das Ziel der Veranstaltung ist es, den Dialog zwischen Religionen und Nationalitäten zu fördern. Knapp 600 Unterländer nahmen an diesem Wochenende die Einladung an und strömten in die Heilbronner Fatih-Moschee. Die meisten von ihnen waren zum ersten Mal überhaupt in einer Moschee. Viele hatten noch nie zuvor einen muslimischen Gebetsraum von innen gesehen, im Koran geblättert oder auch nur einen Fuß auf das Gelände in der Heilbronner Goppeltstraße gesetzt.

Positives Bild

Wieso nicht? Ob sie Vorurteile haben? "Echte Vorurteile nicht", so Uta Leuz, eine der Besucherinnen. "Aber man verbindet den Islam schon oft mit Terrorismus, Djihad und solchen Sachen." Nicht mehr jedoch nach dem Besuch der Moschee: "Heute habe ich ein anderes, ein positiveres Bild vom Islam bekommen", sagte Leuz. Und Margarete Neubauer ergänzte: "Ich hätte nicht gedacht, dass die Menschen hier so freundlich und so offen sind." Eine Meinung, die sie keineswegs exklusiv hatte.

Dabei kamen viele, auch kritische Fragen beim Tag der Offenen Moschee auf. Etwa: Wieso sind die Gebetsräume von Frauen und Männern in der Moschee eigentlich getrennt? Diskriminiert der Islam das weibliche Geschlecht? Dags Antwort: Im Islam sind Frau und Mann gleichgestellt. Die Trennung der Räume sorge lediglich dafür, dass man sich beim Beten besser konzentrieren könne.

Eigene Fehler

Dass freilich einige Muslime zu den Vorurteilen gegenüber dem Islam beigetragen haben, räumte Dag ein. "Aber wer Frauen unterdrückt oder andere Menschen beleidigt, hat den Koran nicht richtig verstanden", sagte er. Der Islam lehre Achtung gegenüber Andersdenkenden. "Wir müssen alle aufeinander zugehen und uns öffnen", so Dag. "Nur dann können wir uns gegenseitig besser verstehen." wet