Straßenbau für Bundesgartenschau

Heilbronn - Am 26. April 2019 wird in Heilbronn die Bundesgartenschau eröffnet. Damit sich die Stadt dann von ihrer besten Seite zeigen kann, hat der Bauausschuss jetzt die Planungsarbeiten für den Neubau der Westrandstraße und die Verlegung der Kalistraße vergeben.

Von Joachim Friedl

Straßenbau für Bundesgartenschau
Die Kalistraße (links im Bild) wird auf die andere Seite des Neckars verlegt. Die neue Trasse verläuft zwischen Media Markt und Wasserwirtschaftsamt. Auf der Fläche der alten Kalistraße sollen attraktive Wohnungen am Fluss entstehen.Foto: Werner Kuhnle

Heilbronn - Noch 2699 Tage: Am 26. April 2019 wird in Heilbronn die Bundesgartenschau (Buga) eröffnet. Damit sich die Stadt dann von ihrer besten Seite zeigen kann, hat der Bauausschuss jetzt die Planungsarbeiten für den Neubau der Westrandstraße und die Verlegung der Kalistraße vergeben. Beide Tiefbaumaßnahmen sind zentrale Projekte für die Gestaltung des Neckarbogens, das Herzstück der Buga.

Konzept

Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf 41 Millionen Euro. Davon entfallen auf die Westrandstraße 17,1 Millionen Euro, von denen 6,7 Millionen Euro in den Bau der neuen Bleichinselbrücke fließen. Die Verlegung der Kalistraße kostet inklusive Ausbau der Mannheimer Straße, des Europaplatzes und der Verbreiterung der Karl-Nägele-Brücke 23,9 Millionen Euro.

"Wir müssen loslegen, sonst ist der Zeitplan nicht einzuhalten", betonte Baubürgermeister Wilfried Hajek die Wichtigkeit dieser beiden Straßenbaumaßnahmen. Die Westrandstraße verläuft einmal zwischen dem Fruchtschuppenweg und der Güterbahnhofstraße zur Hafenstraße. Gleichzeitig mit dem Bau dieser Straße wird die Bleichinselbrücke, deren Bauzustand schon lange nicht mehr der beste ist, erneuert. Zum Opfer fallen wird diesem Projekt die Szenekneipe Neckarlust.

Diskussion

Die Kalistraße wird auf die andere Seite des Neckars verlegt. Von der Karl-Nägele-Brücke verläuft die neue Kalistraße ein Stück weit auf der Edisonstraße und weiter zwischen Media Markt und dem Wasserwirtschaftsamt zum Europaplatz. Das Wasserwirtschaftsamt wird voraussichtlich in das Gewerbegebiet Wohlgelegen verlegt, am Europa-Kreisel soll der Verkehr ampelgeregelt werden.

"Hinter den beiden Straßenbauvorhaben steckt ein riesiger planerischer Aufwand", weiß Hartmut Sugg, Leiter des Amtes für Straßenwesen, um die Schwere der Aufgabe für die Ingenieure. "Ohne Bedenken stimmt die SPD-Fraktion diesen beiden Straßenbauprojekten zu", erklärte Stadtrat Herbert Tabler. "Auch wir Grünen wollen uns diesen Straßenbauvorhaben nicht verweigern", sagte Stadtrat Alexander Habermeier.

Diese Harmonie wich leichter Gereiztheit, als die Sprache auf die Auswirkungen, die diese Maßnahmen nach sich ziehen, kam. "Hat die Verlegung der Kalistraße den sechsspurigen Ausbau der Mannheimer zur Folge?", fragten Tanja Sagasser (SPD) und Habermeier. "Mit der Verlegung wird es zu einer deutlichen Verkehrszunahme auf der Mannheimer Straße kommen. Der Ausbau auf sechs Spuren ist zwingend", antwortete Sugg. Und er erinnerte sich daran, dass es schon vor mehr als 20 Jahren Überlegungen für einen sechsspurigen Ausbau dieser Straße gegeben habe: "Das Thema ist nicht neu." Etwas plakativer formulierte es Bürgermeister Hajek: "Wenn wir leistungsfähige Straßen bauen, dann können sie nicht in einem Feldweg enden."

Bewerbungen

Den Auftrag für die Ingenieurleistungen erhielt nach einer europaweiten Ausschreibung, an der sich mehr als 40 Büros beteiligt haben, die Hyder Consulting GmbH aus Aalen. Das Gesamthonorar beläuft sich auf 2,7 Millionen Euro. Von diesem Betrag gab der Bauausschuss für die erste Planungsphase 880.000 Euro frei.

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