Stadtbahn-Träume: Studie startet im Sommer

Landrat Jahn hält die Verlängerung bis nach Künzelsau für aussichtslos

Von Ralf Reichert

Stadtbahn: Studie startet im Sommer
Stadtbahn bis Künzelsau? Eine weitere Studie prüft das ab Sommer.Montage: HZ

Hohenlohe - Die Stadtbahn soll von Cappel bis Schwäbisch Hall-Hessental verlängert werden. Darüber sind sich die Kreise Hohenlohe und Hall einig. Noch-Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) hat im Dezember 2010 die Erwartungen gebremst − aber grundsätzliche Unterstützung signalisiert. Erst müsse geprüft werden, ob Kosten und Nutzen in einem wirtschaftlichen Verhältnis stehen.

Bewegung? Ab Mitte Mai führt Grün-Rot die Regierungsgeschäfte. Was passiert dann? "Ich glaube, dass sich etwas bewegen wird", sagt Landrat Helmut M. Jahn. "Ich rechne mit einer stärkeren Unterstützung des Schienen-Nahverkehrs." Eine neue Chance also, dass die Stadtbahn-Verlängerung in der Prioritätenliste des Landes nach oben rutscht? "Ich denke schon." Könnte das Projekt damit auch schneller umgesetzt werden? "Nein. Viel schneller geht es nicht, der Planungsaufwand ist enorm."

Beide Kreise stehen in ihren Bemühungen noch ganz am Anfang. Bis Juni wird eine Machbarkeitsstudie vergeben, vier Ingenieurbüros haben sich beworben − Kosten-Nutzen-Untersuchung inklusive. Der Hohenloher Kreistag wird darüber am 23. Mai entscheiden − in Absprache mit den Haller Partnern. Neu ist, dass jetzt gleich drei Ausbau-Abschnitte untersucht werden sollen. "Los 1" umfasst die Strecke von Öhringen-Cappel bis Schwäbisch Hall-Hessental. Diese Hauptverbindung steht im Mittelpunkt, vier Varianten werden getestet. Geschätzte Kosten bisher: 100 Millionen Euro. "Los 2" ist die Verlängerung von Waldenburg nach Künzelsau. "Los 3" umfasst den kurzen Abschnitt von Hessental nach Sulzdorf − in Richtung Crailsheim. Davon war bisher noch nie die Rede gewesen. "Es war der Wunsch der Stadt Hall, das mit zu untersuchen", so Jahn. Genauso wie die Stadt Künzelsau darauf gedrängt habe, eine Verlängerung nach Norden zu prüfen. Was einigermaßen verwundert. Denn eine erste Studie im Jahr 2002 hatte klar gezeigt: Die Kosten eines Ausbaus stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Auch eine zweite, Ende 2008 von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie hat ein ernüchterndes Resultat geliefert − ohne dass dies bisher publik gemacht wurde. "Ich halte das für absolut aussichtslos", sagt Jahn, der deshalb auch nicht einsieht, dass der Landkreis die Kosten für diese Teil-Untersuchung trägt.

Zeitplan Klar sei auch: Weder Los 2 noch Los 3 dürften in die Berechnung von Los 1 mit einbezogen werden und die Studie womöglich negativ verfälschen. Die Ergebnisse sollen Ende 2011 vorliegen. Falls die Wirtschaftlichkeit gesichert ist und das Land mitzieht, soll die favorisierte Lösung weiterverfolgt werden und Mitte 2012 in eine "standardisierte Bewertung" fließen. Bis Mitte 2013 wollen die kommunalen Gremien entschieden haben. Dann, so die Hoffnung, könnte ab 2014 das Planfeststellungsverfahren starten.