SPD-Urgestein Albert Großhans mit 98 gestorben

Kommunalpolitiker und Historiker

SPD-Urgestein Albert Großhans mit 98 gestorben
A. Großhans

Am 11. Mai 1907 kam Albert Großhans in Sontheim zur Welt. Am 21. November 2005 ist er in seinem Heimatort gestorben. Großhans zählte neben seinem erst im Januar 2004 im Alter von 94 Jahren gestorbenen Bruder Heini zu den Leitfiguren der Heilbronner Sozialdemokratie. Noch im hohen Alter verfolgte er mit wachem Geist, was sich im Städtle tut. Sein reiches Wissen ließ der Jahrhundertmensch gerne und nicht ohne Stolz auch in die Geschichtsschreibung einfließen: von zahlreichen eigenen Publikationen bis zu den Chronikbänden der Stadt Heilbronn. Scheinbar selbstverständlich tauchte der Witwer noch 60 Jahre nach der Zerstörung Heilbronns im Stadtarchiv an der Eichgasse auf - und weil es sein musste, im Rollstuhl.

Ich kann noch bis Lauffen laufen. So lautete eines der geflügelten Worte des ehemaligen Schuhhändlers. Auch wenn seine Beine nach einem Schlaganfall zuletzt nicht mehr so konnten wie der Kopf wollte, so war doch der Geist selbst im hohen Alter gerne bereit zum kleinen Händel mit der Jugend .

Schon als 15-Jähriger zählt der durch und durch politische Mensch zu den Gründern der Sozialistischen Arbeiterjugend. Mit 18 tritt der spätere aktive Nazi-Widerständler in die SPD ein. Aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, wird er bei der Wiedergründung des SPD-Ortsvereins Böckingen im Dezember 1945 zum Vorsitzenden und im Mai 1946 in den Heilbronner Gemeinderat gewählt. Ein Jahrzehnt später übernimmt der Mitbegründer der SPD-Zeitung Neckar-Echo den Vorsitz der damals größten Rathaus-Fraktion. Der unermüdliche Genosse nutzt diese Position nicht als Sprungbrett. Ich wollte immer Kommunalpolitiker bleiben. Niemals bereut hat es der Ehrenbürger auch, dass er seinen 70. Geburtstag zum Anlass für den Abschied aus der offiziellen Politik nimmt.

Zu Grabe getragen wird Albert Großhans am Montag, 28. November, 13 Uhr, auf dem Heilbronner Hauptfriedhof. (kra)