SLK-Kliniken im Aufwärtstrend

Heilbronn - Die Heilbronner Stadt-Landkreis-Kliniken (SLK) haben im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 210 Millionen Euro einen Gewinn vor Steuern von 1,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Hätten nicht wegen der Finanzkrise die Wertpapiere in der Bilanz um 1,2 Millionen Euro abgewertet werden müssen, dann wäre das Plus noch deutlicher ausgefallen.

Von Manfred Stockburger

SLK-Kliniken im Aufwärtstrend

„Nach der Wahl kommt mit Sicherheit die nächste Gesundheitsreform. Umso wichtiger ist es, eine gute Basis zu haben.“

SLK-Chef Thomas Jendges

Heilbronn - Die Heilbronner Stadt-Landkreis-Kliniken (SLK) haben im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 210 Millionen Euro einen Gewinn vor Steuern von 1,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Hätten nicht wegen der Finanzkrise die Wertpapiere in der Bilanz um 1,2 Millionen Euro abgewertet werden müssen, dann wäre das Plus noch deutlicher ausgefallen. Zum Vergleich: 2007 musste das kommunale Klinikunternehmen auch wegen hoher Rückstellungen vor Steuern einen Verlust von 3,5 Millionen Euro in die Bücher nehmen.

Mehr Fälle

„Die Verbesserung des Ergebnisses kommt dadurch zustande, dass wir im vergangenen Jahr etwa 1600 mehr Patienten behandelt haben als im Jahr 2007“, erklärt Geschäftsführer Thomas Jendges, der allerdings erst seit diesem Jahr im Amt ist. 2008 führte noch Dietmar Imhorst die Geschäfte der Klinik. Das Unternehmen habe bei den Patientenzahlen von einem landesweiten Zuwachs profitiert, erklärt Jendges. Auch die Zahl der ambulant behandelten Patienten hat sich im vergangenen Jahr deutlich erhöht - von 136 000 auf 144 000. Wirtschaftlich, so Jendges, habe dies aber keine signifikante Auswirkung gehabt.

„Der Trend zu höheren Patientenzahlen hält unvermindert an“, sagt der Geschäftsführer. In diesem Jahr wird die Auslastung voraussichtlich auch in Möckmühl und in Brackenheim zumindest stabil bleiben. Beide Häuser hatten im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben - Brackenheim lag sogar um 1,7 Millionen Euro unter Null. „Das ist eine schwierige Situation. Dort wird man mittelfristig um deutliche Strukturveränderungen nicht herumkommen“, sagt Jendges. Der Gesundbrunnen hat vor Steuern einen Gewinn von 1,8 Millionen Euro erwirtschaftet, der Plattenwald ein Plus von 850 000 Euro, in Möckmühl lag das Minus bei 350 000 Euro. Nicht ausgleichspflichtige Abschreibungen verbessern die Ergebnisse allerdings wieder.

Das Ergebnis von 1,5 Millionen Euro kommt für den Klinik-Geschäftsführer einer schwarzen Null gleich. „Bei einem Umsatz von gut 200 Millionen Euro ist das weniger als ein Prozent.“ Das positive Ergebnis zeige aber, „dass die Kliniken genügend Substanz haben, um eine umfassende Versorgung zu gewährleisten.“ Wichtig sei eine gesunde Bilanz auch dann, wenn es darum gehe, neue Chefärzte zu gewinnen. „Die sind wiederum eine Hauptursache für die Zuwächse bei den Patientenzahlen.“

Neue Stellen

Mehr Patienten machen mehr Arbeit - was im Fall der SLK-Kliniken auch mehr Arbeitsplätze bedeutet: Vergangenes Jahr hat die Firma 50 neue Vollzeitstellen geschaffen, für die 70 neue Mitarbeiter eingestellt wurden. Im laufenden Jahr sollen nochmals mindestens so viele Arbeitsplätze entstehen - im pflegerischen wie auch im ärztlichen Bereich. „Und bei uns sind die Arbeitsplätze relativ sicher“, sagt Jendges. Im laufenden Jahr rechnet er angesichts der weiter steigenden Patientenzahlen damit, dass der Gewinn mindestens so hoch ausfallen wird wie 2008. Ins nächste Jahr blickt der Klinik-Chef allerdings mit Sorge: „Nach der Wahl kommt mit Sicherheit die nächste Gesundheitsreform. Solange die Einnahmen des Gesundheitswesens an das Lohnniveau gekoppelt sind, haben wir da ein Problem. Umso wichtiger ist es, eine gute Basis zu haben.“

 Hintergrund: SLK-Kliniken

In die SLK Kliniken GmbH haben Stadt und Landkreis Heilbronn 2001 ihre Häuser Gesundbrunnen, Plattenwald, Möckmühl und Brackenheim eingebracht. Hauptgesellschafterin ist die Regionale Gesundheitsholding, an der neben Stadt und Landkreis auch der Hohenlohekreis beteiligt ist. mfd

Kommentar hinzufügen