SLK-Chefin will eine Klinik schließen (29.11.)

Die Geschäftsführerin der Stadt-Landkreiskliniken setzt anscheinend dem SLK-Aufsichtsrat die Pistole auf die Brust. Schlichtner fordert „vernünftige Strukturen“ - Aus für Plattenwald?

Von Iris Baars-Werner

SLK-Chefin will eine Klinik schließen
Baustelle SLK-Kliniken: Susanne Schlichtner verknüpft ihre Zukunft als Geschäftsführerin mit dem Bau einer Zentralklinik.

Foto: Rabea Sattar

Die Geschäftsführerin der Stadt-Landkreiskliniken setzt anscheinend dem SLK-Aufsichtsrat die Pistole auf die Brust: Über ihren Ende 2007 auslaufenden Vertrag will Dr. Susanne Schlichtner nach Informationen der Heilbronner Stimme nur verhandeln, wenn die Gesellschafter für die Zukunft „vernünftige Strukturen“ schaffen. Das heißt: Sie fordert Stadt und Landkreis Heilbronn auf, ihre Standorte Gesundbrunnen und Plattenwald zusammenzulegen. Ob dies durch Schließung eines der beiden Standorte geschieht oder durch einen Neubau eines gemeinsamen Klinikums auf neuem Standort hat Schlichtner offen gelassen.

Bombe geplatzt Dass die Vertragsverlängerung mit der 49-jährigen Juristin ansteht, ist bekannt. Noch im Dezember sollte der Aufsichtsrat mit Schlichtner Gespräche darüber führen, ob ihr Vertrag verlängert wird. Die Bombe platzte anscheinend in der letzten Aufsichtsratssitzung, als Schlichtner den Aufsichtsräten und den Gesellschaftern, OB Himmelsbach und Landrat Piepenburg, mitteilte, sie sei nur zu Verhandlungen bereit, wenn „sinnvolle Grundlagen für ihre Arbeit“ geschaffen würden.

Schon 2005 hatte es in der Klinik-GmbH gekriselt. Es hatte Unstimmigkeiten darüber gegeben, ob die zwei größten SLK-Standorte wirtschaftlich geführt werden können, ob man sie zusammenlegen oder auf einen, vorrangig Plattenwald, verzichten könnte. Sogar Landrat Piepenburg habe damals die Lösung prüfen lassen, ein SLK-Gesamtklinikum auf einem „neutralen“ Standort zu bauen. Später soll der Chef des Landkreises von dieser Möglichkeit Abstand genommen haben. Möckmühl und Brackenheim seien aber nie in Frage gestanden.

SLK-Chefin will eine Klinik schließen
S. Schlichtner
Aus jener Zeit wohl stammen Zahlen, die Folgendes aussagen sollen: Die Gesundheitsreform, Tarifneuregelungen und Modernisierung würden die SLK jährlich mit 15 Millionen Euro belasten. Schlichtner habe den Aufsichtsrat darauf hingewiesen, dass sie diese Mehrkosten nur über Personaleinsparungen wieder hereinholen könne oder indem die Gesellschafter mehr Geld zuschießen. Dazu seien weder Stadt noch Landkreis bereit gewesen. Vielmehr hätten die Gesellschafter gefordert, die SLK-Kliniken müssten die Investitionskosten selbst erwirtschaften. Schlichtner habe eine weitere Leistungsverdichtung für ihre Mitarbeiter abgelehnt. Vielmehr habe sie Gutachter zitiert. Diese hätten errechnet, dass eine Zusammenlegung pro Jahr zehn Millionen einspare. Für dieses Konzept stehe sie - und nur unter diesen Bedingungen sei sie bereit, in Vertragsgespräche einzutreten.

Für die Modernisierung der Krankenhäuser am Gesundbrunnen und am Plattenwald haben Fachleute jeweils zwischen 30 und 35 Millionen Euro errechnet. Der Förderanteil des Landes: 50 Prozent. Ein Neubau würde mit 90 Prozent Zuschüssen gefördert. Hinzu käme, dass ein Neubau wirtschaftlichere Arbeitsabläufe und Strukturen ermögliche. Vom SLK-Aufsichtsratsvorsitzenden Helmut Himmelsbach war keine eindeutige Stellungnahme zu erhalten. Er bestätigte, dass Schlichtners Vertrag 2007 auslaufe, bestätigte aber nicht, dass es im Dezember zu einer Aufsichtsratssitzung mit diesem Thema komme. Dies könne entweder heißen, dass Schlichtner gar keine Vertragsverlängerung anstrebe oder aber, dass sie sich 2007 um die Verlängerung ihres Vertrages bewerbe. Susanne Schlichtner war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.