Ruderer holen Alpinisten ins Boot

Schwabenhaus ist das älteste Vereinsheim in der Stadt - Tag der offenen Tür

Ruderer holen Alpinisten ins Boot
Ruderschwaben anno 1890: Der Holzschuppen im Hintergrund wurde abgerissen und auf dem Grundstück entstand das neue Vereinsheim.Foto: Ruderschwaben

Heilbronn - Das älteste Heilbronner Vereinsheim ist das Haus der Rudergesellschaft Schwaben an der Badstraße neben der 1939 erstellten Rosenbergbrücke. Die markante Terrasse und die Sandsteinfassade, durch die zwei Tore in eine der Bootshallen führen, stammen noch von dem Bau 1909. Das restliche Gebäude wurde nach der Zerstörung 1944 nach altem Vorbild wieder aufgebaut. Das Schwabenhaus beherbergt außerdem seit 1988 die Geschäftsstelle des Deutschen Alpenvereins. Jetzt feiern beide Vereine gemeinsam „100 Jahre Schwabenhaus“.

Die Heilbronner Ruderschwaben (HRS), wie der Verein volkstümlich genannt wird, sind einer der ältesten Rudervereine Württembergs. 17 Jungmänner der TG Heilbronn hatten ihn 1879 gegründet. Aus dem städtischen Holzgarten an der Badstraße bekamen die HRS zum Bau eines Bootshauses pachtweise einen Platz. Im April 1880 entstand das erste Bootshaus. Es wurde ständig erweitert.

Am 4. Dezember 1944, dem Tag des verheerenden Bombenangriff auf die Stadt, brannte auch das Bootshaus bis auf die Bootshalle nieder. 1946 wurde der Ruderbetrieb zwar wieder aufgenommen und das Vereinsheim wiederaufgebaut. Doch der ständig wachsende Verein holte sich einen Partner mit ins Boot, um die Erweiterungen und Sanierungen am Gebäude zu schultern: den Deutschen Alpenverein, Sektion Heilbronn. Über Jahrzehnte hinweg hatte die Geschäftsstelle der Heilbronner DAV-Sektion keine feste Bleibe. So schweißt das Schicksal beide Vereine zusammen: In einem notariellen Vertrag wurde vereinbart, dass DAV und Ruderschwaben je zur Hälfte Eigentümer des Hauses werden. Die Einweihung des neuen Schwabenhauses wurde am 23. September 1988 gefeiert. Fast 20 Jahre war die DAV-Geschäftsstelle im Schwabenhaus dann Treffpunkt für Wander- und Kletterfreunde. Dann orientierte sich die Sektion neu. Nach dem Bau der Kletterarena im Block E hatte sich ein neuer Publikumsmagnet mit rund 30 000 Besuchern pro Jahr entwickelt. Mit der Entscheidung, die bisher „getrennten Welten“ Alpinzentrum und Kletterarena unter einem Dach zu vereinen, schufen die Mitglieder des größten Vereins der Region unter einem Dach eine Anlaufstelle mit erweiterten Öffnungszeiten.

Seit 15. Januar 2008 befindet sich das DAV-Service-Center zusammen mit der Kletterarena im Alpinzentrum an der Lichtenberger Straße im Block E beim EnBW-Kraftwerk. Im Schwabenhaus finden aber weiterhin Veranstaltungen und Sektionsabende statt. red

Ruderschwaben und Alpenverein feiern das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, 13. Juni, von 10.30 bis 18 Uhr. Programm unter anderem: eine Ausstellung zur Geschichte und Rudern für jedermann.