Politik mit Jugendlichen und gegen Neonazis

Heilbronn - Ulrich Schneider (39) ist der erste Bundestagsabgeordnete der Grünen im Wahlkreis Heilbronn. Über erste Berliner Erfahrungen seit Dezember berichtete der Diplom-Volkswirt gestern Abend der Mitgliederversammlung der Grünen in der Heilbronner Harmonie.

Politik mit Jugendlichen und gegen Neonazis
Der Heilbronner Bundestagsabgeordnete Ulrich Schneider (Grüne). Foto: Archiv/privat

Heilbronn - Ulrich Schneider (39) ist der erste Bundestagsabgeordnete der Grünen im Wahlkreis Heilbronn. Über erste Berliner Erfahrungen seit Dezember berichtete der Diplom-Volkswirt gestern Abend der Mitgliederversammlung der Grünen in der Heilbronner Harmonie. Unsere Redakteurin Iris Baars-Werner sprach mit dem Stadtrat aus dem Bad Rappenauer Stadtteil Bonfeld.

Sind Sie in Ihrer neuen Aufgabe in Berlin schon angekommen?

Ulrich Schneider: Ja, denn ich habe mein Büro bezogen und habe ein sehr gutes Team. Nein, denn ich bin noch nicht in allen Themen im Detail drin.

Was hat Sie am meisten überrascht?

Schneider: Dass ich in der zweiten Woche gleich meine erste Rede halten musste: über Förderprogramme für Schulabbrecher. Das war ein Sprung ins kalte Wasser; ich war aufgeregt, aber nicht so sehr wie ich befürchtet hatte.

Als jugendpolitischer Sprecher Ihrer Fraktion: Was ist Ihr Anliegen?

Schneider: Jugendlichen echte Partizipation zu ermöglichen. Ich möchte, dass wir nicht über Jugendliche sprechen, sondern mit ihnen.

Konkret heißt das?

Schneider: Nach den Sommerferien werden wir junge Leute nach Berlin zu einem Kongress über Jugend und Politik einladen − auch aus Heilbronn und dem Landkreis.

Sie sind engagiert gegen Neonazis. Sind rechte Umtriebe ein ureigenes Problem in der Region oder nur ein von außen importiertes?

Schneider: Ich fürchte, leider auch ein Problem in Heilbronn. Auch hier gibt es rechtsradikale Gruppen, das schwappt nicht nur von außen rein. Das Bündnis "Heilbronn stellt sich quer" hat festgestellt, dass es hier regelmäßige Treffen der NPD gibt.

Haben Sie eine Theorie, warum die rechte Terrorzelle gerade in Heilbronn mordete?

Schneider: Vieles spricht momentan dafür, dass es Zufall war. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Polizisten zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Welche Duftmarken wollen Sie als Heilbronner Abgeordneter setzen?

Schneider: In Gesprächen wird es um Themen wie Krankenhaus, Verkehrspolitik und Rechtsextremismus gehen. Und wir eröffnen erstmals ein Abgeordnetenbüro.