Neckartal - pulsierende Lebensader

Fast ein Drittel aller Beschäftigten in der Region finden hier Arbeit - Teil 3

Neckartal - pulsierende Lebensader
Die Schleuse Kochendorf mit der Zuckerfabrik in Offenau im Hintergrund. 75 000 Menschen pendeln täglich zu ihrem Arbeitsplatz im Neckartal.Foto: Regionalverband

Heilbronn - Das etwa 30 Kilometer lange Neckartal zwischen Lauffen am Neckar und Gundelsheim ist zugleich Flusslandschaft, Naturraum, verkehrliche und touristische Leitlinie, aber vor allem auch pulsierende Lebensader der Region Heilbronn-Franken. Um so wichtiger ist es, das Neckartal als attraktiven Wirtschafts- und Lebensraum für die Bevölkerung zu erhalten und als regionalen Neckarpark weiter zu entwickeln.

Große Vielfalt Für die Zukunft gilt es daher, das Neckartal mit seiner vielfältigen Landschaft und den attraktiven Stadtbildern als regionalen Neckarpark auszugestalten. Dazu gehören die Sicherung freier Landschaftsräume, die Zugänglichkeit zur offenen Landschaft, möglichst viele Zugänge zum Neckar, durchgängige Wander- und Radwege und die Gestaltung einzelner Teilräume am Neckarufer oder in den angrenzenden Seitentälern, wie sie in vielen Gemeinden konzipiert oder schon realisiert wurden.

Blickt man vom Wartberg oder vom Scheuerberg auf das Neckartal, dann dominieren zunächst das große EnBW-Kohlekraftwerk und das kompakte Audi-Werk, aber auch weitere großdimensionierte Gewerbehallen und Silos. So stellt man sich eine industriell geprägte Flusslandschaft vor. Ergänzt wird das Bild durch eine gegliederte Landschaft mit reizvollen Weinbergen, den weiten fruchtbaren Feldern sowie den meist bewaldeten Keuperbergen wie Stromberg, Heuchelberg und die Löwensteiner Berge

Die gewerblich-industrielle Prägung reicht über zehn Kilometer als langgezogenes Band vom Europaplatz in Heilbronn über Neckarsulm bis zum Salzbergwerk in Bad Friedrichshall-Kochendorf. Als kleine Solitäre schließen sich nördlich das Solvaywerk in Bad Wimpfen und die Zuckerrübenfabrik in Offenau an, nur noch punktuell präsentieren sich nördlich und südlich die kleineren Gewerbegebiete in Gundelsheim, Talheim, Nordheim, Lauffen am Neckar und Neckarwestheim. Dafür werden in den Gemeinden am Neckar insgesamt knapp 1000 Hektar als Industrie- und Gewerbeflächen genutzt. Zusammen mit den übrigen Siedlungs- und Verkehrsflächen ist in diesen Gemeinden etwa ein Viertel der Gemarkung mit Siedlungsflächen belegt.

Eine wichtige Funktion übernimmt das Neckartal für den Transport von Gütern und Menschen: Kohle für das Kraftwerk, Rohstoffe insbesondere für die metallverarbeitenden Betriebe oder für die Lebensmittelindustrie, aber auch für die hier hergestellten Güter wie Autos, Maschinen oder Lebensmittel. Dies alles erzeugt regen Güterverkehr auf dem Neckar, auf der Schiene oder auf der Straße und muss logistisch bewältigt werden.

Freiräume Deshalb ist es für das Neckartal einerseits wichtig, den Wirtschaftsstandort und dessen Mobilitätserfordernisse zu sichern, andererseits ist es für einen solchen vitalen Wirtschafts- und Verkehrsraum mit 220 000 Einwohnern bedeutsam, dass sich die Menschen, die hier wohnen und arbeiten, wohlfühlen. Die Qualität und Ausgestaltung der Freiräume leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag.

Teil 4: Natur und Landschaft

Diese Serie, geschrieben von Fachleuten unter der Federführung des Regionalverbands Heilbronn-Franken, soll eine Diskussionsgrundlage schaffen, um den Neckar in der Region zu einer Marke zu machen.