Mordsgaudi unter dicken Staubwolken

14. Trecker-Treck lockt 5000 Besucher auf die Felder in Sontheim

Von Joachim Friedl

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4,30 Meter im ersten und 3,67 Meter im zweiten Versuch schaffte das Damen-Team beim Mannschaftsziehen.

Heilbronn - Gnadenlos scheint am Samstag die Sonne vom Himmel. Die hellbraune Staubwolke, aufgewirbelt von Quads, Geländewagen und Schmalspurschleppern, ist bis zur Neckartalstraße zu sehen. In den Hüttenäckern im Heilbronner Stadtteil Sontheim ist wieder Trecker-Treck-Zeit. Trotz der Gluthitze hat die urige zweitägige Veranstaltung um Pferdestärken und landwirtschaftliche Fachsimpelei auch im 14. Jahr nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. An die 5000 Besucher haben nach Angaben des Veranstalters am Wochenende den Weg auf die Felder gefunden.

Freude "Wir hatten mehr Starter als je zuvor", jubelt Franz Weis, während "Theo, wir fahr"n nach Lodz" aus den Lautsprechern schallt. Der Vorsitzende des Trecker-Teams Sontheim ist rundum zufrieden. In Dreier- und Viererreihen stehen die begeisterten Besucher entlang der 75 Meter langen Erdpiste. Einer von ihnen ist Gerold Stark. Er ist mit seinem Sohn Hannes und dessen Kumpel Dominik Holy gekommen: "Wir sind hier aus Spaß an der Freude", sagt der Kirchhausener. Alle drei haben einen Strohhut auf dem Kopf. Zum ersten Mal als Zuschauer dabei ist Rainer Koch aus Leonberg. Er ist auf Familien- und gleichzeitig auf Trecker-Treck-Besuch.

Alle Hände voll zu tun haben Kassier Martin Schmidt an der Kasse und der Biberacher Bezirksbeiratssprecher und Trecker-Freund Siegfried Dodenhöft im Getränkewagen. Das Geschäft mit Essen und Trinken läuft fantastisch. Von den 335 Mitgliedern sorgen mehr als 200 fleißige Hände für einen reibungslosen Ablauf des Festes.

In der Ruhe liegt die Kraft, lautet das Motto von Timo Schweikert aus Lehrensteinsfeld. Er zieht den Bremswagen mit seinem Schmalspurschlepper auf 48 Meter. Bei diesem Wettbewerb erleben die Besucher ein Novum: Diana Kurz aus Sontheim ist die erste Frau, die hier einen Sieg erringt. Tom Hofstetter, Collin Walter, Leon De Rage und Jan-Lucca Lust sind begeistert. Wie die Profis nebenan versuchen sie mit viel Einsatz beim Trecker-Treck für Kinder ihr Plastikgefährt so weit wie möglich vom Fleck zu bekommen. "Das fröhliche Treiben kommt prima an", freut sich Hermann Kurz über die gelungene Premiere. Für den stellvertretenden Vorsitzenden des Trecker-Teams"keine Frage, dass die Triebel-Schlepper-Olympiade fester Bestandteil beim Treck wird".

Parade Eine Mordsgaudi ist wie jedes Jahr das Mannschaftsziehen. Allein mit Muskelkraft muss der tonnenschwere Bremswagen von 15 Mann in Bewegung gesetzt werden. Von den acht Teams erzielen die Farmers & Butcher aus Kirchardt mit 31,8 Metern die größte Weite. Thomas Lust moderiert und feuert fachkundig an.

Ein Genuss für Freunde alter Traktoren ist die Oldtimer-Parade als Gegenstück zum prächtigen Showdown der bis zu 400 PS-starken Acker-Kolosse, die am späten Nachmittag das Finale einläuten. Bruno Klotz und seine Frau Ruth sind aus Leingarten gekommen, um die 49 Raritäten, darunter ein Holzvergaser von 1939 von Udo Staar aus Brackenheim-Hausen zu bestaunen. Der Landmaschinentechniker kennt den feinen Unterschied.

Bildergalerie

Mordsgaudi unter dicken Staubwolken
Volksfest-Stimmung beim Trecker-Treck: Jede Menge PS unter der Haube und begeisterte Zuschauer entlang der Ackerpiste.Fotos: Mario Berger
Mordsgaudi unter dicken Staubwolken
Bei der Oldtimer-Parade präsentierten sich gestern Nachmittag 49 historische Traktoren dem Publikum.