Mittagessen inklusive

Heilbronn - Ganztagsgrundschulen sind in Heilbronn Realität. 16 von 19 Grundschule bieten ihren Kindern Mittagessen und Nachmittagsbetreuung. Auch die drei Förderschulen machen Betreuungsangebote weit über den normalen Schulbetrieb hinaus. In den meisten Grundschulen gibt es das freiwillige Angebot jetzt zum ersten Mal. Im Moment läuft die Anmeldung.

Von Gertrud Schubert

Mittagessen in der Rosenauschule. Das Ganztagsschulangebot wird zu Schuljahresbeginn auf alle Schüler ausgeweitet.Foto: Archiv/Sawatzki

Heilbronn - Ganztagsgrundschulen sind in Heilbronn Realität. 16 von 19 Grundschule bieten ihren Kindern Mittagessen und Nachmittagsbetreuung. Auch die drei Förderschulen machen Betreuungsangebote weit über den normalen Schulbetrieb hinaus. In den meisten Grundschulen gibt es das freiwillige Angebot jetzt zum ersten Mal. Im Moment läuft die Anmeldung.

Als Bürgermeister Harry Mergel auf dem „Heilbronner Weg“ Richtung Ganztagsschule voranpreschte, erntete er zuerst einmal ungläubiges Kopfschütteln. Der Umbau vieler Jugendhilfe- und Kernzeit-Angebote in Betreuung an Schulen stieß bei Sozialpädagogen und Erziehern, aber auch in den Schulleitungen auf Skepsis.

Bleiben die Kinder mit festgestelltem Förderbedarf auf der Strecke, wenn das Betreuungsangebot für alle geöffnet wird? Besteht in einem Stadtteil wie zum Beispiel Horkheim überhaupt Interesse an Mittagessen und Nachmittagsbetreuung in der Schule?

Die Elly-Heuss-Knapp-Grundschule in Böckingen ging seit 2006 beispielhaft voran, nutzte alle mögliche Unterstützung von Jugendbegleitern, Lehrbeauftragten und eben das städtische Programm. In der Elly waren schon vor den Ferien wieder 74 Grundschulkinder fürs Ganztagsangebot vorangemeldet.

Das Beispiel machte Schule. Joachim Nerpel, bei dem im Heilbronner Rathaus die Ganztagsschulfäden zusammenlaufen, war aufrichtig überrascht, als fast alle Grundschulen sich jetzt zum September auf den Heilbronner Weg machten. Die Ausnahmen sind: Die Reinöhlschule in Böckingen, sie wird erst im Februar durchstarten. Die Dammgrundschule hat Raumprobleme und kann deshalb kein Mittagessen und nur für eine begrenzte Kinderzahl Betreuung anbietet. Joachim Nerpel: „Sie ist ein bisschen unser Sorgenkind.“ Die Uhlandschule in Sontheim macht kein Ganztagsangebot. Alle anderen sind spätestens ab jetzt dabei.

In Klingenberg zum Beispiel werden voraussichtlich 44 Kinder nachmittags vom Stadt- und Kreisjugendring betreut – bis 14, 15.30 oder 17 Uhr. Das können die Eltern wählen. Sie bezahlen pro Betreuungseinheit, die Stunde kostet wie in allen anderen Schulen 70 Cent. Mittagessen gibt es für Schulkinder im evangelischen Gemeindehaus. 2,50 Euro kostet das Essen mit Vorspeise und Nachtisch, drei Gerichte stehen zur Auswahl. Rektorin Magdalene Haug rechnet mit gut 20 Anmeldungen.

Die Pestalozzi-Förderschule integriert zum Jahreswechsel die Förder- und Betreuungsstunden der Jugendhilfe. Beim Mittagessen bleibt alles wie bisher: Schüler kochen für Schüler.