Mattes plant Qualitätssprung an der Allee

Heilbronn - Trotz kritischer Stimmen plant die Volksbank in direkter Nachbarschaft zu ihrem Hauptsitz auf einer 25 Ar großen Fläche an der Allee 16 und 18 einen Neubau. Kosten und Zeitfenster sind noch offen. Jetzt wurden die Siegerentwürfe des Architektenwettbewerbs präsentiert.

Von Kilian Krauth

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Heilbronn - "Die Villa Hauck hat nicht die Wichtigkeit, die man ihr zumisst. An die Wein-Villa und andere historische Häuser reicht sie bei weitem nicht ran." Mit diesen Worten versuchte gestern der Aufsichtratsvorsitzende der Volksbank Heilbronn, Karl Seiter, "die Maßstäbe zurechtzurücken und den Blick aufs Wesentliche zu lenken".

Wie berichtet plant die Volksbank in direkter Nachbarschaft zu ihrem Hauptsitz auf einer 25 Ar großen Fläche an der Allee 16 und 18 einen Neubau. Kosten und Zeitfenster sind noch offen. Fest steht aber, dass neben alten Kinos eine historische Villa abgerissen wird − trotz kritischer Stimmen.

Eben weil man sich sehr wohl bewusst sei, "dass die Stelle Aufmerksamkeit erregt", so Vorstandsvorsitzender Thomas Hinderberger, habe man sich für einen Architektenwettbewerb entschieden und dazu acht namhafte Büros geladen. Vier davon kämen bewusst aus der Region, " ihnen ist die Geschichte und Situation der Stadt vertraut".

Starke Phalanx

Dass ausgerechnet drei Heilbronner die ersten drei Plätze belegten, "und sich gegen die starke Stuttgarter Phalanx durchgesetzt haben, macht mich stolz." Dies gab Baubürgermeister Wilfried Hajek als Sprecher der Jury ganz offen zu. Alle Büros hätten unterschiedliche Ansätze gewählt. Nach einer neunstündigen Sitzung sei das Votum aber einmütig ausgefallen: Mattes, Sekiguchi und Partner vor Bechler, Krummlauf, Teske und dem Büro Müller Architekten.

Abgesehen von der "vernünftigen Flächenaufteilung und Wirtschaftlichkeit", die bei allen drei Entwürfen gegeben sei, habe gerade Mattes "mehr als ein Bankgebäude" entworfen. Vielmehr biete er auch attraktive Mietflächen für Geschäfte, die den Gesamtkomplex mit Innenhof zu einer guten Adresse für alle Nutzer machten − und damit eine Bereicherung für eine innerstädtische Schlüsselstelle darstellten.

Substanz verloren

"Wir wollen hier gewiss nichts platt machen", gab Architekt Franz-Josef Mattes mit Blick auf die Villa Hauck zu verstehen, aber das nach dem Krieg wieder erstellte Gebäude habe seine einstige Substanz und Qualität längst verloren. "Sünden" seien hier und an anderen Ecken der Stadt früher gemacht worden. "Wir schaffen hier garantiert einen Qualitätssprung."

Städtebauliche Grundidee sei die klare Einordnung in den Bestand und die Schaffung einer großstädtischen Torsituation: Sie lädt in zwei U-artige Höfe, die je nach Wunsch urban und grün ausgestaltet werden könnten. "Flexibilität in einem klaren Zuschnitt" nannte Mattes als ein Grundprinzip seiner Planung. Zuschnitt und Ausgestaltung der Räume wie auch die Anschlüsse an die bestehende Zentrale an der Ecke Moltkestraße könnten je nach Bedarf festgelegt werden. Fest steht indes das Herzstück des neuen Komplexes: ein zur Allee und zum Innenhof in Glas gehaltener Saal über dem großen Haupttor.

Muschelkalk

Die Fassade zeigt einen hellen Muschelkalk. Sie wird durch schlanke vertikale Fenster gegliedert und erinnert an das Klosterhof-Kaufhaus, dessen Natursteinfassade ebenfalls von Mattes und Sekiguchi gestaltet wurde.

Alle Arbeiten sind bis Samstag, 24. April, bei einer Ausstellung in den alten Kinos an der Allee 16 täglich 10 bis 18 Uhr zu sehen.




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