Laubenganghaus wertet Viertel auf

Heilbronn - Das Viertel zwischen Süd-, Olga- und Badstraße bekommt ein neues, freundlicheres Gesicht. Im wieder aufgemöbelten Laubenganghaus waren die Wohnungen in nullkommanichts vermietet, nächste Woche beginnt der Gästehausbetrieb.

Von Gertrud Schubert

 


Heilbronn - Das Viertel zwischen Süd-, Olga- und Badstraße bekommt ein neues, freundlicheres Gesicht. Im wieder aufgemöbelten Laubenganghaus waren die Wohnungen in nullkommanichts vermietet, nächste Woche beginnt der Gästehausbetrieb. Die Zeag hat die Badstraße verlassen. Ihr Haus und Areal gehören jetzt Kaufland. Der Konzern hat ein Parkhaus und zuletzt ein vierstöckiges Bürohaus für seine Werbeleute gebaut.

Schöner Wohnen

Wack-, Kornacher-, Olgastraße gelten den Heilbronnern nicht als die ersten Adressen. Und doch - so scheint es - lässt sich hier zwischen Handelshof und Atmel, Parkhaus und Parkplätzen, Heizwerk und leerstehendem Zeag-Gebäude wieder angenehm wohnen - und arbeiten. Manuel Hermoso jedenfalls hatte keinerlei Mühe, die 40 bis 53 Quadratmeter großen, charmanten Altbauwohnungen im Laubenganghaus zu vermieten. Im Gegenteil. „Die Handwerker sind vorne raus, die Mieter hinten rein“, erzählt der Investor begeistert von dem großen Interesse am Wohnen im Denkmal: „Ich habe eine Warteliste.“ In den vergangenen Wochen bekam auch die Hotelrezeption im ehemaligen Milchladen des Arbeiterwohnhauses von 1930/31 den letzten Schliff. Die ersten Gäste können kommen.

Das neue Bürohaus mit Fotostudio soll die Kaufland-Werbung in diesem Herbst beziehen. Das alte Verwaltungsgebäude wurde turmartig zu sechs Geschossen aufgestockt. „Am Standort Heilbronn in der Olgastraße wird im Wesenstlichen die Organisation Kaufland International und der gesamte Einkauf zusammengeführt“, erklärt Pressesprecherin Christine Axtmann die Aktivitäten rund um den Handelshof.

Nach ihrem Umzug in Juni hat die Zeag Ende Juli Haus und 12 000 Quadratmeter Gelände an ihren Nachbarn Kaufland verkauft. „Das Umspannwerk gehört uns weiterhin“, sagt Gerald Legler von der Netzgesellschaft der Zeag, es versorgt die Innenstadt mit Strom. Das Heizwerk bleibt ebenfalls erhalten, es heizt die umliegenden Betriebe, zum Beispiel auch den Handelshof. Was aus der alten, gelben Gründerzeitvilla an der Badstraße wird, vermag keiner der Befragten zusagen.

Gelbe Villa

Mitglieder der Lokalen Agenda, die sich auch für die Rettung des Laubenganghauses stark gemacht haben, hätten ein Auge auf das Haus geworfen, berichtet indes Dr. Joachim Hennze von der Unteren Denkmalbehörde. Er sieht aber wenig Chancen, es zu erhalten.