Klinik kostet 10,3 Millionen (06.12.)

Für 10,3 Millionen Euro wird die Lungenfachklinik Löwenstein an die SLK-Klinik-GmbH des Stadt- und Landkreises Heilbronn verkauft

Von Iris Baars-Werner und Thomas Senger

Für 10,3 Millionen Euro wird die Lungenfachklinik Löwenstein an die SLK-Klinik-GmbH des Stadt- und Landkreises Heilbronn verkauft. Dies beschloss gestern in Rastatt der in Auflösung begriffene Landeswohlfahrtsverband (LWV).

Für 10,5 Millionen Euro wird zudem die Löwensteiner Schwesterklinik, die Orthopädische Klinik Markgröningen, an die vom Landkreis Ludwigsburg getragene Klinik-GmbH Ludwigsburg-Bietigheim veräußert. Ludwigsburg kauft des Weiteren für 1,3 Millionen Euro die Ortema GmbH, ein Unternehmen, das Orthopädie-Technik entwickelt und herstellt - nicht nur für das Krankenhaus, sondern auch für Sanitätshäuser.

Um die Fachkliniken hatte neben den kommunalen Trägern auch der private Klinikbetreiber Sana gebuhlt. gestern erklärte der Generalbevollmächtigte für den Südwesten, Gerhard Straub, das Münchner Unternehmen werde auf juristische Schritte verzichten.

Mit dem Erwerb der Klinik Löwenstein werde die kommunale Kliniklandschaft in der Region gestärkt, sind die Gesellschafter der SLK, der Heilbronner OB Helmut Himmelsbach und Landrat Detlef Piepenburg, überzeugt. Ziel sei es, das Angebotsspektrum zu erweitern. Um die Leistungen auch künftig wirtschaftlich zu erbringen, sollen im SLK-Verbund Synergien genutzt werden. Auf diese Weise solle auch ein Teil des Kaufpreises refinanziert werden.

Siegfried Schlipf spricht als Betriebsratsvorsitzender für die rund 450 Klinik-Mitarbeiter lieber von „Übertragung“: „Wir sind ja bereits in kommunaler Trägerschaft.“ Er sei froh, dass ein Verkauf an private Träger nicht zustande gekommen sei. „Private Träger wollen möglichst hohe Gewinne herauswirtschaften. Das kann aber nicht Ziel im Gesundheitswesen sein.“ In einer kommunalen Einrichtung blieben auch Tarifvertrag oder Zusatzversorgungskasse erhalten. Der Wunsch des Betriebsratsvorsitzenden: „Als Fachklinik unsere Eigenständigkeit in der SLK zu bewahren.“

Darin unterstützt ihn Löwensteins Bürgermeister Klaus Schifferer: „ Ich hoffe und wünsche, dass die Klinik nicht bloß Betriebsstätte wird und dass der Sonderstatus als Fachklinik in der SLK-Familie respektiert wird.“ Das verstärkt Klinik-Geschäftsführer Dieter Bopp: „Wir wollen nicht nur ein weiteres Rad am Wagen sein.“ Schließlich habe die Fachklinik ein überregionales Einzugsgebiet.

Für den Kauf fließen nicht nur Millionen ab. Da Stadt- und Landkreis auch zahlende Mitglieder im bisherigen LWV waren, erhalten sie ihren Anteil aus dem Verkauf der Kliniken Löwenstein und Markgröningen: 1,23 Millionen der Landkreis, 543 000 Euro die Stadt Heilbronn.