Kirchengegner-Plakat nun auch hier gesichtet

Heilbronn - Klare Botschaft: "Jetzt reicht"s!" ist auf den Plakaten zu lesen, die in den vergangen Wochen deutschlandweit für Aufsehen sorgten. Auch in Heilbronn ist mittlerweile ein solches Plakat zu sehen.

Von Adrian Hoffmann

  Plakat

Heilbronn - Klare Botschaft: "Jetzt reicht"s!" ist auf den Plakaten zu lesen, die in den vergangen Wochen deutschlandweit für Aufsehen sorgten. Und weiter: "Kirchenaustritt jetzt!" Auch in Heilbronn ist mittlerweile ein solches Plakat zu sehen − in der Austraße, Ecke Rötelstraße, nur wenige Meter entfernt vom Kaufland; ein prominenter Platz.

Nähe zu Sekte

Die Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" prangert die Missbrauchsskandale an − aber wer sind die Plakatierer eigentlich? Die Kirchengegner-Gemeinschaft soll nach Angaben der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin der Sekte "Universelles Leben" mit Sitz in Unterfranken nahe stehen. Die Vorwahl der angegebenen Hotline ist die von Marktheidenfeld im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Die Frau, die abnimmt, macht gegenüber der Presse allerdings keine Angaben.

Keine Reaktion

Siegbert Denk, Leiter des katholischen Dekanats Heilbronn-Neckarsulm und Pfarrer der drei Neckarsulmer Kirchengemeinden St. Dionysius, St. Remigius und Pax Christi, wusste bis Ende vergangener Woche noch nichts von der Existenz des "Jetzt reicht´s"-Plakats in Heilbronn. Gestern sagte er gegenüber der Stimme: "Uns reicht es mit dieser Plakataktion." Er habe sich mit einzelnen Gemeindemitgliedern besprochen und entschieden, dass man nicht auf die Aktion reagieren werde.

In Biberach an der Riß, Oberschwaben, hatte ein Pater zu einer Gegenaktion aufgerufen, es wurde ein eigenes Plakat erstellt. "Origineller können wir das auch nicht machen", sagte Denk. "Wir werden das Plakat einfach ignorieren." Jeder Kirchenaustritt schmerze ihn sehr, so Dekan Denk − auf diese Feststellung lege er großen Wert. Und es sei ihm klar, dass die Missbrauchsskandale für manche Kirchenmitglieder "das Fass zum Überlaufen" gebracht hätten. Dennoch bringe die Kirchengemeinden eine Diskussion über die Plakate nicht weiter.

Auch Pfarrer Wolfgang Westenfeld, Denks Stellvertreter, sieht das so. "Mich lässt das relativ ruhig", sagte er. "Wir wissen, woher das Ganze kommt." Was solle er sich da aufregen? Wer sich im Internet informiere, wisse schnell über die Kirchengegner und ihren Hintergrund Bescheid. "Es hat keinen Sinn, sich da groß zu mokieren." Er denke, die Versuche, Menschen derart zum Kirchenaustritt aufzufordern, liefen ins Leere. Der Vorwurf der Kirchengegner, die Kirche schwelge im Luxus, "ist doch Schwachsinn". Es sei schade, dass es solche Leute gebe, "die so unsachlich sind".

Er selbst reagiere auf Kirchenaustreter nicht mit einem persönlichen Brief, so Dekan Denk. Mittlerweile bekämen sie einen Brief von Bischof Gebhard Fürst persönlich, in dem ein Gespräch angeboten werde.



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