Kein Festtagsschmaus für Raben mehr

Heilbronn - Die Raben haben hier keine Chance mehr: Sie kommen nicht weiter an halb aufgegessene Brote, Kekspackungen oder Chips. Dafür haben sich die beiden Unterflur-Container, die seit ein paar Monaten in Heilbronn stehen, schon bewährt. 600 Liter Abfall fassen die modernen Stahlbehälter. Wer an ihnen vorbeiläuft, ahnt davon nichts: Das riesige Fassungsvermögen steckt unter der Erde.

Von Katja Feiler

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Kein Festtagsschmaus für Raben
So sieht das Leeren von modernen Papierkörben aus: Ein Mitarbeiter des Betriebsamts saugt mit dem Schlauch der Kehrmaschine den Container aus.Foto: Dirks

Heilbronn - Die Raben haben hier keine Chance mehr: Sie kommen nicht weiter an halb aufgegessene Brote, Kekspackungen oder Chips. Dafür haben sich die beiden Unterflur-Container, die seit ein paar Monaten in Heilbronn stehen, schon bewährt, freuen sich der Betriebsamtsleiter Dieter Klenk und der Abteilungsleiter Straßenunterhaltung, Max Hausmann.

600 Liter Abfall fassen die modernen Stahlbehälter. Wer an ihnen vorbeiläuft, ahnt davon nichts: Das riesige Fassungsvermögen steckt unter der Erde. Zum Vergleich: In einen normalen Papierkorb passen 35 bis 60 Liter.

Seltener leeren

Am Wohnmobil-Stellplatz an der Neckarhalde und beim Spielplatz am Pfühlpark glänzen die beiden Unterflur-Container in der Sonne. Die beiden Standorte sind mit Bedacht gewählt. „Das waren Verbesserungsvorschläge zweier Mitarbeiter“, erzählt Dieter Klenk. Denn an beiden Plätzen haben Raben den Mitarbeitern des Betriebsamts das Leben schwer gemacht: Hausmann: „Seither sparen wir uns viele Einsammel-Gänge.“ Denn so tief, wie der Abfall in die Tiefe fällt kann kein Vogelschnabel picken. In den Wintermonaten musste die Stadtreinigung nur alle vier Wochen zum Leeren anrücken. Im Sommer aber sicher öfter, vermutet Klenk.

„Ich hätte diese Lösung gerne in der ganzen Fußgängerzone.“ Bisher ist Dieter Klenk mit seinem Wunsch an mehreren Hürden gescheitert: An Leitungen, die unter dem Pflaster im Weg sind, und am Geld. Ein Unterflur-Container kostet 1500 Euro, ein normaler Papierkorb 300. Aber er verspricht: „Wir bleiben dran.“ Spätestens bei der Erneuerung des Kiliansplatzes hofft Klenk darauf, dass die riesigen Abfallschlucker Standard werden. Bis dahin muss er neidisch gen Stuttgart blicken. Dort stehen seit der Sanierung der Königstraße überall Unterflur-Abfallbehälter.

Kompakter Müll

Die Vorteile: Kein Überlaufen, kein Geruch, weniger Leerungen. Ein langer Schlauch der Kehrmaschine senkt sich in den Abgrund und saugt den Abfall in die Höhe. Doch ist der Müll zu kompakt, zum Beispiel, weil er in einer prall gefüllten Mülltüte steckt, würde er den im Durchmesser 25 Zentimeter großen Rüssel verstopfen. Hier stößt die Maschine an ihre Grenzen - der Mensch muss wieder ran. „Dann müssen wir halt die Mülltüte aufreißen“, ist Hausmann pragmatisch. Dass so große Tüten in den Behältern stecken, komme aber nur am Wohnmobilstandort vor.