Kampf der Traktoren

Trecker-Treck auf den Sontheimer Hüttenäckern ist mit 270 Teilnehmern der größte im Land

Von Gertrud Schubert

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„Männchen machen“ nennen das die Kenner. Nichts geht mehr, wenn sich die Hinterräder in den Ackerboden gewühlt haben.Foto: Archiv/Andreas Veigel

Heilbronn - Das Festzelt steht schon. Stromkabel müssen verlegt, die Wettkampfstrecke ausgesteckt, die Festküche gewienert und das Trecker-Treck-Lied nochmals geübt werden - dann können die Gäste kommen. Eine Woche Vorbereitungszeit braucht das Team, damit am Wochenende, 5. und 6. September, beim Trecker-Treff auf den Sontheimer Hüttenäckern wieder alles wie am Schnürchen läuft.

Großes Kräftemessen

„Anders ist nichts“, Trecker-Vereinschef Franz Weis sieht keine Notwendigkeit für Neuerungen, die Fans können sich auf den gewohnten Festablauf verlassen: samstags ab 13 Uhr Kräftemessen der Jeeps, Quads und kleinen Schlepper und so ungefähr ab 19 Uhr das Mannschaftsziehen. Zeitlich legen sich die Organisatoren wie immer nicht so genau fest - es können sich ja bis eine Stunde vor dem Start noch 15er-Teams anmelden. Mit vereinten Kräften versuchen sie, einen 3,5 Tonnen schweren Wagen vom Acker zu ziehen. Sonntags gegen 10 Uhr geht der Kampf der Traktoren weiter. Es zählen Gewicht, PS und Strecke. Wer schafft die 75 Meter? Ab etwa 16 Uhr sieht man 400 PS starke Trecker bis zu 27 Tonnen Gewicht schleppen - das war bis heute die Höchstlast.

Wie in jedem Jahr fahren am Sonntag auch wieder Oldtimer vor, an die 70 alte Traktoren präsentieren sich in einer Parade. Verlässlich ist das Kinderprogramm an beiden Tagen: Natürlich wird auf den Hüttenäckern keine Hüpfburg aufgeblasen, die Kinder haben einen riesigen Strohschlepper zum Klettern und Zerpflücken. Meist ziehen sie ja ihre Eltern übers Gelände zu den brüllenden Treckern, doch wer will, findet in einer Malecke Buntstifte und Betreuung.

Ehrensache, dass die Kuchen für den Sonntagskaffee alle selbstgebacken sind. Mit Farmerbraten bewirten die Sontheimerinnen ihre Gäste am Sonntag - so lange Vorrat reicht. Jederzeit gibt es Steaks und Würste, Maultaschen und Landjäger. Und in der Nacht von Samstag auf Sonntag trifft man sich nach der großen Kraftanstrengung an der Bar.

In der Folge bleiben etwa 100 Treckerfahrer über Nacht auf dem Festgelände, verziehen sich irgendwann mit ihrem Schlafsack unter ihren Anhänger. Tags darauf, auch das ist in Sontheim üblich, werden sie mit frischem Kaffee und Hefezopf wieder munter gemacht.

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Die Organisatoren vom inzwischen über 300 Mitglieder starken Trecker-Treck-Verein erwarten rund 270 Teilnehmer. „Unser Treck ist der größte“, sagt Franz Weis und meint das durchaus doppelsinnig. Von Aalen und Würzburg, Köln und sogar aus Ungarn kommen Treckerfahrer, weil ihnen die Veranstaltung in Sontheim so gut gefällt.

Etwa 100 Helfer halten am Wochenende den Festbetrieb aufrecht. Lohn ihres Großeinsatzes ist ein Gutschein, einzulösen in Franz Bauers Besen bei der aus diesem guten Grunde stets ausgezeichnet besuchten Hauptversammlung im Januar.