Kalistraße Schlüssel für Neckarvorstadt

Heilbronn - Verlegung zwingend erforderlich - 64-Millionen-Euro-Paket geschnürt

Von Joachim Friedl

Kalistraße Schlüssel für Neckarvorstadt

"Ohne die Verlagerung der Kalistraße gibt es keine Neckar- vorstadt und keine Buga."

Baudezernent Wilfried Hajek

Heilbronn - Ohne die Verlegung der Kalistraße gibt es keine Neckarvorstadt." Mit diesem schlichten Satz beschreibt Baubürgermeister Wilfried Hajek beim Dezernatsgespräch mit der Heilbronner Stimme die große Bedeutung dieser Tiefbaumaßnahme. Den Grund liefert er umgehend nach: "Bei einem Verbleib stehen große Teile des Fruchtschuppenareals nicht zur Verfügung. Außerdem wäre die Lärmemission, die von der Kalistraße ausgeht, nicht in den Griff zu bekommen."

Standortsuche

Vor diesem Hintergrund finden derzeit intensive Planungs- und Grundstücksverhandlungen mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg über die Verlagerung der Werft unterhalb der Bleichinselbrücke sowie der Hafenbehörde statt. Sie sollen im Gewerbegebiet Wohlgelegen einen neuen Standort bekommen. "Das Werftgelände ist ein Schlüsselgrundstück für den Bau der neuen Kalistraße", weiß Hajek um die Wichtigkeit und schildert Details: "Die künftige Kalistraße verläuft vom Europaplatz zwischen Media Markt und Edisonstraße über die erweiterte Karl-Nägele-Brücke auf die Peter-Bruckmann-Brücke und weiter zur Saarland- und Neckartalstraße."

Die Kosten für den Rückbau der Kalistraße beziffert Hajek auf 600 000 Euro, den Neubau der Straße auf neun Millionen Euro und den Bau einer zweiten Karl-Nägele-Brücke auf acht Millionen Euro. In der Summe sind dies 17,6 Millionen Euro. Baubeginn soll 2013 sein.

Nicht minder wichtig für den neuen Stadtteil Neckarvorstadt und die Bundesgartenschau ist der Bau der Westrandstraße. Dieses rund 900 Meter lange Straßenstück verläuft auf dem heutigen Lauerweg hinter den Gleisanlagen des Hauptbahnhofes zur Hafenstraße. Inklusive der Unterführung der Hafenbahn kostet diese Straßenbaumaßnahme, mit der 2014 begonnen werden soll, 15,2 Millionen Euro. Bund und Land beteiligen sich mit einem Zuschuss in Höhe von 70 Prozent oder 10,7 Millionen Euro.

Verhandlungen

In dieses Straßenbaupaket gehört auch die Verlegung der 460 Meter langen Kranenstraße. Die neue Kranenstraße führt einmal westlich des Hagenbucher-Parkhauses unter der Bahnlinie hindurch Richtung Westrandstraße und Bleichinselbrücke. Zurzeit laufen die Grunderwerbsverhandlungen mit der Bahn. "Überschläge Berechnungen gehen von Gesamtbaukosten von 27 bis 29 Millionen Euro aus", beschreibt Baubürgermeister Wilfried Hajek die finanzielle Dimension. Auch hier erhält die Stadt Heilbronn einen Zuschuss von 70 Prozent (18,9 bis 20,3 Millionen Euro). Die Bauarbeiten sollen 2016 starten. Die bahnparallele Variante ist zwar preisgünstiger, nach Ansicht der Bauverwaltung aber "nicht so effektiv".

In dieses Straßensystem muss auch die neue Bleichinselbrücke integriert werden. Das baulich stark angeschlagene Bauwerk soll 2014 für rund sieben Millionen Euro neu entstehen. Und damit der Verkehr zwischen der Innenstadt und dem Europaplatz zügig vorankommt, wird die Mannheimer Straße durchgängig von derzeit vier auf sechs Spuren erweitert. 2,3 Millionen Euro soll diese Tiefbaumaßnahme kosten. "Die Campus-Planung ist auf diese neue Situation abgestimmt", betont Wilfried Hajek.

Zieht man einen Strich unter all diese Straßenprojekte steht da folgende Summe: 64,1 Millionen Euro.