Historische Häuser werden zum Politikum

SPD und Grüne regen städtische Schutzliste, Satzung und Stiftung an

Heilbronn - - Nach dem sorglosen Umgang mit historischen Gebäuden wird die "zweite Zerstörung" Heilbronns zum Politikum. Die Gemeinderatsfraktionen von SPD und Grünen stellen Anträge, die noch dieses Frühjahr dem Gesamtgremium vorgelegt werden sollen. Sie gehen davon aus, dass die vom Land erstellte Denkmalschutzliste der Heilbronner Situation nicht gerecht wird. Der Mangel an hochwertiger Architektur aus der Vorkriegszeit erhöhe auch die Bedeutung gelungener Nachkriegsarchitektur.

Wie Sibylle Mösse-Hagen, Helmut Rohn und Gerd Kempf von der SPD in einem Schreiben erklären, habe die Stadt schon vor Jahren eine eigene Liste mit erhaltenswerten Bauten erstellt. Diese sollte dem Gemeinderat zugänglich gemacht und zur Not erweitert werden.

Bei der Auswahl sollten neben den wissenschaftlichen, künstlerischen und heimatgeschichtlichen Kriterien des staatlichen Denkmalschutzes auch städtebauliche und stadtgeschichtliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen, erklärt zu seinem ähnlichen Antrag Karl-Heinz Kimmerle von den Grünen. Er regt zur Auswahl dieser Gebäude auch eine Bürgerbeteiligung an. Gebäude, die auf dieser Liste stehen, dürfen "nur umgebaut oder abgerissen werden, wenn darüber ein Gemeinderatsbeschluss herbeigeführt wurde", so Kimmerle.

Die SPD fordert hier eine Satzung gemäß Bau- und Planungsrecht zu erarbeiten, durch die die genannten Bauten geschützt und erhalten werden können. Zudem sollte geprüft werden, welche Möglichkeiten es gibt, Eigentümer von erhaltenswerten Bauten bei der Renovierung ihrer Gebäudes und bei der Nutzung ihrer Grundstücke zu beraten. Die SPD regt zudem an, über Stiftungen oder andere Initiativen die Eigentümer bei der Renovierung ihrer Gebäude finanziell zu unterstützen. Hilfreich wäre auch ein Vergleich mit anderen Städten; so gebe es etwa in Nürnberg Hilfen für erhaltenswerte Gebäude.

Nicht zuletzt erwartet die SPD einen Bericht zur künftigen Nutzung des Fleischhauses. kra