Heftiger Streit um Ehe mit Filipina, die acht Tage hielt

Heilbronn - Heute sagt er, es sei „der größte Fehler meines Lebens“ gewesen. Wütend ist der 71-Jährige, weil er jener Frau, die er auf den Philippinen geheiratet hat und die nach einigen Wirrungen erst eineinhalb Jahre später zu ihm in den Landkreis Heilbronn gezogen ist, Trennungsunterhalt zahlen soll. Geld für eine Ehe, die seiner Meinung nach nie richtig begonnen hat. Denn rund acht Tage, nachdem die 20 Jahre jüngere Angetraute bei ihm einzog, ist sie auch schon wieder weg.

Von Carsten Friese

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„Die glauben, ich wäre der Dukaten-Esel. Das Verhalten darf man doch nicht noch belohnen.“

Rentner Hellmuth O. (71)

Heilbronn - Heute sagt er, es sei „der größte Fehler meines Lebens“ gewesen. Wütend ist der 71-Jährige, weil er jener Frau, die er auf den Philippinen geheiratet hat und die nach einigen Wirrungen erst eineinhalb Jahre später zu ihm in den Landkreis Heilbronn gezogen ist, Trennungsunterhalt zahlen soll. Geld für eine Ehe, die seiner Meinung nach nie richtig begonnen hat. Denn rund acht Tage, nachdem die 20 Jahre jüngere Angetraute bei ihm einzog, ist sie auch schon wieder weg. „Sorry, Hellmuth, bye, bye“ stand auf einem Zettel, den Hellmuth O. (Name geändert) im Briefkasten fand.

Es ist eine bemerkenswerte Verhandlung, die sich am Dienstag vor dem Heilbronner Familiengericht abspielt. Auf der einen Seite der 71-jährige Rentner, empört, aufbrausend, der Gegenseite ins Wort fallend. Auf der anderen Seite die Anwältin der philippinischen Frau, ruhig, sachlich, mit dem Wissen um den hohen Stand einer gültigen Ehe im deutschen Recht. Dazwischen Richter Ulrich Frimmer, der seine sonore Stimme einsetzt, um klarzumachen: Wenn hier weiter gestritten wird, kann es richtig teuer werden.

800 Euro Trennungsunterhalt pro Monat hat die Anwältin der Filipina gefordert. Die 51-jährige Asiatin lebt inzwischen wieder in ihrer Heimat, weil ihr in Deutschland die Abschiebung drohte. Den Unterhalt klagt sie über ihre Anwältin ein.

Unverschämt empfindet Hellmuth O. diese Forderung. Er, der 1100 Euro Rente bekommt, sieht nicht ein, „dieser Frau“ Geld zu bezahlen, die ihn nach so kurzer Zeit wieder verließ. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagt er auf die Frage nach dem Grund für die rasche Kehrtwende in der Ehe. Die Anwältin der Filipina dagegen verweist auf ein „unmögliches Verhalten“, die asiatische Ehefrau als Art Besitz anzusehen. Ihre Mandantin sei mit besten Absichten gekommen - zumal ihre Tochter und ihre Schwester auch in der Region Heilbronn leben.

Warum der 71-Jährige nach einem mehrwöchigen Besuch auf den Philippinen überhaupt geheiratet hat, bleibt unklar. Einmal berichtet er davon, dass die Frau ihm bei der Pflege seiner Mutter helfen sollte. Dann kommt die Rede darauf, dass die jüngere Frau ihm später im Alter „helfen“ sollte. Viele Worte fallen. Das Wort Liebe nicht. „Sie wollte doch heiraten“, rechtfertigt er sich.

Faust geballt

Am Ende drängt Richter Frimmer die Parteien förmlich zu einem Vergleich. 3000 Euro soll Hellmuth O. an seine Noch-Ehefrau im fernen Asien bezahlen. Damit seien alle Ansprüche abgegolten, und die Scheidung müsse einvernehmlich über die Bühne gehen. „Die Faust in meiner Tasche ist geballt“, sagt Hellmuth O. zum Vorschlag des Richters. Doch knurrend stimmt er zu, weil er seine Ruhe haben will. Am Ende lobt Frimmer die Einsicht: „Herr O., heute haben Sie einen Haufen Geld gespart.“


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