Hans-Peter Barz: Wertwiesenpark ist eine Bereicherung

Region Heilbronn - Aus einer öden Talaue entstand dank der Landesgartenschau, die gestern vor 25 Jahren eröffnet worden war, eine Parklandschaft: der Wertwiesenpark.

"Wertwiesenpark ist eine Bereicherung"
Hans-Peter Barz kann im Park gut entspannen. Foto: Archiv/Feiler

Region Heilbronn - Aus einer öden Talaue entstand dank der Landesgartenschau, die gestern vor 25 Jahren eröffnet worden war, eine Parklandschaft: der Wertwiesenpark. Joachim Friedl sprach mit Hans-Peter Barz, Leiter des städtischen Grünflächenamtes, über diese für Heilbronn bedeutende Grünanlage.

Vor 25 Jahren fand in den Wertwiesen in Heilbronn die 6. Landesgartenschau statt. Was ist geblieben?

Hans-Peter Barz: Wahnsinnig viel. Von der Daueranlage ist fast alles noch vorhanden. Besonders freut mich, dass der Park von allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen angenommen wird. Der Park war ein großer Wurf zur damaligen Zeit und ist heute eine Bereicherung für die Stadt.

Würde der Wertwiesenpark heute anders geplant und angelegt werden?

Barz: Mit Sicherheit. In den 80er Jahren war die Ökologie-Bewegung prägend. Heute haben die Landschaftsarchitekten eine andere Formensprache. Sie ist sehr "Design" orientiert, Achsen und gerade Wegeführungen dominieren die Entwürfe. Ob das gut ist oder schlecht, das sei dahingestellt.

Was macht einen Park zum Park?

Barz: Er muss benutzbar sein. Ein Park ist kein Selbstzweck. Und man braucht gut ausgebildete Gärtner, die sich mit dem Park identifizieren und kein Schindluder treiben.

Kommt man nach einem schönen Wochenende in den Wertwiesenpark, fällt man angesichts der Müllmengen hinten rüber. Kann man da nichts dagegen tun?

Barz: An solchen Tagen fahren vier 7,5-Tonner den Müll ab. Hier sind die Benutzer des Parks gefordert, dass sie ihren Abfall wieder mitnehmen. Die Entsorgung geht zu Lasten der Parkpflege. Man sollte nicht immer nur nach der Stadt rufen.

Ist Vandalismus im Bereich des Pavillons immer noch ein Problem?

Barz: Ja, leider. Wir werden jetzt ein nächtliches Aufenthaltsverbot aussprechen. Dann hat die Polizei eine Handhabe und kann eingreifen. Zusperren werden wir den Park nicht.

Nach dem Erfolg 1985 bewarb sich Heilbronn noch zwei Mal für eine Landesgartenschau...

Barz: Richtig. 1995 als Quereinsteigerin. Es sollte damals der Pfühl- und Trappensee mit dem Köpfer verknüpft werden. Das Projekt scheiterte, weil wir die Widerstände der dortigen Vereine und Bürger unterschätzt haben.

...und 2004?

Barz: Da bewarben wir uns mit dem Neckarpark. Wir hatten sehr gute Chancen. Dann änderte die Landesregierung von einem Tag auf den anderen die Kriterien. Städte, die schon einmal eine Landesgartenschau ausgerichtet hatten, fielen raus. Da bin ich heute noch sauer.

Blicken wir kurz auf die Bundesgartenschau 2019. Kommt sie?

Barz: Ich bin davon überzeugt. Jede Schau bringt eine Stadt voran. Das haben die Heilbronner mit der Landesgartenschau 1985 selbst erlebt. Mit der Buga spielen wir jedoch in einer anderen Liga. Der volkswirtschaftliche Nutzen ist enorm. Nur ein Beispiel: Ein Euro Investition bei der Bundesgartenschau setzt fünf Euro von privater Seite frei.

Sie sagten einmal: Im Wertwiesenpark kann ich abschalten. Trifft das auch heute noch zu?

Barz: Sicher. Bei viel Stress hilft ein Spaziergang. Da bekommt man den Kopf frei. Nur: Ich komme nicht allzu oft dazu. Leider.

 


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