Gotteshaus eint alte und junge Böckinger

Heilbronn - Auferstehungskirche wird 50 Jahre alt - Gemeinde feiert Jubiläum

Von Helmut Buchholz

Gotteshaus eint alte und junge Böckinger

„Es ist eine schöne Kirche.“

Pfarrer Karl-Werner Weißbeck

Heilbronn - Der Böckinger Sonnenberg macht in diesen Tagen seinem Namen alle Ehre. Fast wie Nadeln stechen die Sonnenstrahlen auf die Erde, wo sie an einem speziellen Ort eine ganz eigene Wirkung erzielen: Wer spätnachmittags in die Auferstehungskirche geht, passiert gleich nach dem Eingang die bunte Fensterreihe, in der der Stuttgarter Kunstmaler Wolf-Dieter Kohler die biblische Geschichte von der Schöpfung bis zur Offenbarung verewigt hat. Das Licht der Sonne bricht sich in vielen Farben auf dem steinernen, glänzenden Boden im Innern des Gotteshauses - wunderschön.

Kleinod

Die Fenster der Auferstehungskirche sind nicht das einzige Kleinod des Baus, der vor 50 Jahren den evangelischen Christen im dritten Böckinger Gemeindebezirk ein neues Zuhause gab. Die Gemeinde feiert das Jubiläum mit einem Festprogramm (siehe Hintergrund).

Auf das neue Gotteshaus mussten die Gläubigen lange warten. Jahrzehnte lang waren sie ohne eigene Bleibe, obwohl ihre Zahl explosionsartig stieg. Hochzeiten mussten gar in der Friedhofskapelle abgehalten werden. Die starke Zunahme der Einwohner im neuen Böckingen - zuerst durch die florierende Eisenbahn, später durch den Zuzug vieler Aussiedler - machte den Neubau bitter nötig. 5000 Gemeindeglieder zählt die Gemeinde heute, und die Auferstehungskirche leistete damals wie heute wichtige Integrationsarbeit; ein ohnehin altes, neues, Thema in Böckingen, das den Ort bis heute beschäftigt.

In der Architektur der Auferstehungskirche wird diese Integrationsleistung im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar und natürlich auch sichtbar. Denn Altes und Neues mischt sich hier in einem Mix, der bis heute fasziniert. In ihrer Schlicht- und Nüchternheit demonstriert die Kirche die evangelische Glaubensrichtung, wie Reinhard Lambert Auer, Kunstbeauftragter der Landeskirche, am Donnerstag bei einer Führung sagte. Der Turm mit seinem abgeflachten Dach macht einen modernen Eindruck. Im Inneren setzte der Architekt Hans Seytter eher seinen konservativen Stil der so genannten Stuttgarter Schule durch. Es gibt eine Art Seitenschiff(gang) und hinter dem Altar eine Rundung. Die Auferstehungskirche setzt damit nicht die progressiven Strömungen im evangelischen Kirchenbau fort, die den Altar eher in den Mittelpunkt des Raums rückten.

Gute Akustik

Nach der Kilianskirche ist die Auferstehungskirche mit seinen fast 600 Sitzplätzen das zweitgrößte Gotteshaus in Heilbronn. „Eine schöne Kirche“, wie Pfarrer Karl-Werner Weißbeck sagt. Nicht nur wegen der Fenster und der interessanten Architektur. Auch die Akustik gefällt ihm. Darum finden hier auch zum Beispiel Gospelkonzerte statt. Weißbeck: „Wir wollen die Kirche öffnen...“ Ein Besuch lohnt sich.

An diesem Samstag um 19 Uhr gibt es ein Konzert der Böckinger Kirchenchöre in der Auferstehungskirche. Am Sonntag beginnt um 10 Uhr der Festgottesdienst. Auch Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach spricht ein Grußwort. Um 11.30 Uhr beginnt das Gemeindefest.