Gewo schafft Platz für Studierende

Heilbronn – Der Bau eines neuen Studentenwohnheims hat begonnen. Bis 2011 sollen 53 Appartements entstehen.

Von Nicole Amolsch

Gewo schafft Platz für Studierende

"Zu Fuß sind es zur Hochschule gerade einmal zwölf Minuten."

M. Günther

Heilbronn - Noch ist außer der ausgehobenen Baugrube an der Ecke Sontheimer Straße/Sontheimer Landwehr in Heilbronn nicht viel zu sehen. In rund 14 Monaten, im Frühjahr 2011, soll dort ein neues Studentenwohnheim seine Bewohner empfangen. Bislang gibt es drei Studentenwohnheime in der Neckarstadt, die das Studentenwerk Heidelberg betreibt.

Rund drei Millionen Euro investiert die Heilbronner Wohnbaugenossenschaft Gewo in den Neubau. Geschäftsführer Michael Günther gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er von den Plänen und deren Umsetzung erzählt. Eigentlich hatte die Gewo ein Bürogebäude auf dem Grundstück geplant, das die Genossenschaft bereits seit einigen Jahren besitzt. Diese Pläne hatten sich zerschlagen. "Wo ist eigentlich die Hochschule?", beschreibt Günther, wie im Februar die Anfänge der Idee, ein Wohnheim zu bauen, entstanden. "Zu Fuß sind es gerade einmal zwölf Minuten", weiß der Geschäftsführer. Er hat es selbst ausprobiert. Einkaufsmöglichkeiten direkt gegenüber, der Wertwiesenpark in unmittelbarer Nähe, "der Standort ist ideal".

Anforderungen

Im Vorfeld habe es viele Gespräche mit Studierenden gegeben. "Es ist unser erstes Studentenwohnheim", erzählt Günther. Umso genauer habe er wissen wollen, welche Anforderungen künftige Bewohner stellen. 53 Einzelappartements werden in dem vierstöckigen Gebäude entstehen, drei davon behindertengerecht. Die Wohnungen sind zwischen 21 und 26 Quadratmeter groß, haben jeweils ein eigenes Bad und eine kleine Kücheneinrichtung mit Herd und Kühlschrank. Allesamt sind sie möbliert. Schreibtisch, Bett, Rollcontainer, Tisch und Stühle, ein fest installierter Kleiderschrank: "Wir haben darauf geachtet, dass es schön aussieht", versichert Günther. Und einen Schreiner engagiert für die Einrichtung. "Wir haben einen starken Wechsel bei den Mietern, deshalb muss alles sehr strapazierfähig sein", erklärt Bauleiter Günther Denscheilmann. Schließlich wolle man nicht jedes Jahr die Schranktüren austauschen müssen. Das Motto sei: "So unkaputtbar wie möglich."Grafk1 Wohnheim

Frischluft

Schallschutzfenster sollen den Straßenlärm draußen halten, eine Zu- und Abluftanlage wird dafür sorgen, dass trotz geschlossenen Fenster Frischluft in die Appartements gelangt. Eine Satelittenanlage garantiert Fernseh- und Radioempfang, ein Telefonanschluss ist ebenfalls in jeder Wohnung. "Wir planen auch einen direkten Internetzugang zum Server der Hochschule Heilbronn" - Günther ist zuversichtlich, dass auch dieser kommen wird.

Das Zentrum des Gebäudes wird das offene Atrium mit Glasdach. Dort soll im Erdgeschoss ein "kleiner Marktplatz" entstehen, wie Bauleiter Denscheilmann den Treffpunkt beschreibt. Ohnehin setzt die Gewo auf viel Fensterfläche.

Im ersten und zweiten Stock gibt es jeweils noch einen Gemeinschaftsraum, der mit Beamer und Internetanschluss ausgestattet wird. Hightech auch beim Gebäudezugang: keine Schlüssel sondern Magnetkarten öffnen die Türen, die Klingel- und Sprechanlage ist videoüberwacht, der Sicherheit wegen. Zwei Waschmaschinen, ebenso viele Trockner, ein großer Fahrradabstellraum und 21 Parkplätze runden das Angebot ab. Die Mietkosten werden voraussichtlich zwischen 320 und 350 Euro liegen - höher als die Mieten in den drei anderen Wohnheimen. "Dafür bieten wir aber auch viel", betont Günther.Grafik2 Wohnheim

Vor Ort

Ansprechpartner der Gewo werden mehrmals in der Woche vor Ort sein - im Betreuungsbüro. Auch, um auch ein Auge darauf zu haben, "dass nichts über Gebühr beschädigt wird". Die Mitarbeiter würden nachschauen, aber ohne den "großen Kontrolletti zu spielen", kündigt Günther an. Und: "Ich bin mir ziemlich sicher, dieses Studentenwohnheim wird nicht das einzige sein, das wir bauen."