Europäisch denken und handeln

Mitglieder des Beirats im Gespräch - Gremium befördert Stellenwert des Themas

Europäisch denken und handeln
Heinrich Kümmerle und seine Stellvertreterin Ophelia Giokarinis im Integrationsbeirat verbindet vor allem das Thema Europa miteinander.Foto: Bärbel Kistner

Heilbronn - Geboren in der Theodor-Heuss-Stadt Brackenheim, hat sich Heinrich Kümmerle schon in jungen Jahren für ein „Friedenseuropa“ begeistert. Sein politisches Engagement hat er bei den jungen europäischen Föderalisten gestartet, Freidemokrat ist er bis heute geblieben. Europaunion und Treffpunkt Europa auf dem Kiliansplatz sind mit seinem Namen eng verbunden.

Auch deshalb wollte der 72-Jährige seinen „Hut reinwerfen“ und unbedingt dabei sein bei dem Gremium, das mit der Stabsstelle für Integration als Mittlerin und Anlaufstation einen neuen Stellenwert im Rathaus und eine Verbindlichkeit erhalten hat. „Das wird Früchte tragen“, davon ist Kümmerle überzeugt. Beim dritten Anlauf, nach Ausländerbeirat in den 80er und offenem Gesprächskreis in den 90er Jahren, „sind wir zum Erfolg verdammt“.

Kümmerle ist das einzige Mitglied im Integrationsbeirat ohne eine eigene Zuwanderungsgeschichte. Gleichwohl hat er Kontakte zu hunderten von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und genießt deren Vertrauen. Auch deshalb war es ihm wichtig, dem Gremium anzugehören - ohne selbst die Erfahrung eines Migranten gemacht zu haben. Gerne erzählt er die Geschichte, wie er es Anfang der 90er Jahre, mitten im Balkankrieg, geschafft hat, Serben, Kroaten und Bosnier zur Teilnahme beim Europatag in Heilbronn zu vereinen.

Vielfalt Wissensdurstig und neugierig, mit diesem beiden Eigenschaften sieht sich Ophelia Giokarinis am besten und von Kind auf charakterisiert. In den „männerdominierten“ griechischen Clubs und Gemeinden habe sie nicht einbringen wollen, sondern sie hat sich lieber in anderen Bereichen betätigt: im Förderverein der Stadtbibliothek, als Lesepatin und Elternbeirätin, als Moderatorin beim Europatag, als FDP-Kandidatin für den Gemeinderat, im Deutsch-Polnischen Freundeskreis - und jetzt im Integrationsbeirat.

Die Barrieren in den Köpfen einzureißen, das war der quirrligen Deutsch-Griechin schon immer ein Anliegen. Heinrich Kümmerle formuliert es so: „Je besser die Integration, desto stärker die Demokratie.“