Es war einmal ein Warenhaus (19.02.09)

Heilbronn - Wie kein anderer Standort hat der Klosterhof das Gesicht vom Nachkriegs-Heilbronn geprägt. Spätestens nach der Schließung von Beilharz im Jahr 2000 wurde offenbar, dass es um das Herzstück der Stadt schlecht bestellt war - eine Fläche von 5000 Quadratmetern. Schandfleck und Klosterhof wurden immer öfter in einem Atemzug genannt.

Von Bärbel Kistner



Heilbronn - Kurz bevor am 5. März das neue Geschäftshaus öffnet, halten wir an dieser Stelle Rückschau: auf Schaufenster und Schriftzüge, Ansichten und Ausblicke. Vielen ist das frühere Gesicht des Klosterhof-Areals bereits aus dem Gedächtnis verschwunden. Auch der Name Beilharz weckt immer seltener Erinnerungen an einen Einkauf in dem Heilbronner Kaufhaus, von den 50er Jahren bis Anfang des neuen Jahrtausends. Selbst der spektakuläre Abriss der Gebäude im Sommer 2007, das Riesenloch mitten in der Innenstadt, die ungewohnte Aussicht auf die Kilianskirche, alle diese Bilder verblassen.

Es war einmal ein Warenhaus
Grün war hier keine Farbe der Hoffnung: Als Nachfolger von Beilharz war eine Zeitlang das Nobelkaufhaus Breuninger im Gespräch. Daraus ist nichts geworden.
Wie kein anderer Standort hat der Klosterhof das Gesicht vom Nachkriegs-Heilbronn geprägt. Spätestens nach der Schließung von Beilharz im Jahr 2000 wurde offenbar, dass es um das Herzstück der Stadt schlecht bestellt war - eine Fläche von 5000 Quadratmetern. Schandfleck und Klosterhof wurden immer öfter in einem Atemzug genannt.

Gerangel

Bei einer Rückschau nicht fehlen darf auch das jahrelange Gerangel um eine Lösung für das trostlose Areal. Im ehemaligen Beilharz-Hauptgebäude verkaufte ein Schuhdiscounter seine Ware aus Kartons am Boden, auf der Rückseite in der Kilianstraße wechselten sich Leerstand und Schnäppchenmärkte ab.

Es war einmal ein Warenhaus
80 verschiedene Besitzer erschwerten lange Jahre den Fortgang der Entwicklung: Der frühere Foto-Mangold war einer der Schandflecke.
Fast uneingeschränkt, ob bei Bürgern oder Kommunalpolitikern, galt der Klosterhof als der bessere Standort für ein innerstädtisches Einkaufscenter. Doch nicht weniger als 80 Eigentümer standen der Entwicklung im Wege. Einer der geplatzten Träume war auch, Breuninger an dieser Stelle in Heilbronn anzusiedeln. 2005 starb überraschend Dr. Jürgen Marschner, dem ein Großteil des Areals gehörte. In die Sache kam Bewegung. Aus dem Nachlass erwarb die Stadt die Flächen. 2006 kam es mit Projektentwickler ITG zu einer Einigung.

Vor allem die Gegner eines Einkaufscenters auf dem Landerer-Areal hatten bis zuletzt gehofft, dass sich die Überbauung durch das Klosterhof-Projekt verhindern ließe. Für die Stadtgalerie war 2004 die Entscheidung gefallen. Zu spät für ein Entweder-oder.

Kommende Woche werden Vorher-Nachher-Ansichten vorgestellt.