Eine der letzten Nachkriegslücken verschwindet

Das Medienunternehmen Heilbronner Stimme wird an der Kaiserstraße bauen. Noch in diesem Jahr wird das bestehende Gebäude in direkter Nähe von historischem Rathaus, Marktplatz und Käthchenhaus abgerissen. Bis Sommer 2009 wird an seiner Statt ein modernes Büro- und Geschäftshaus entstehen

Von Iris Baars-Werner

Eine der letzten Nachkriegslücken verschwindet
Das Provisorium mit der Adresse Kaiserstraße 24 hielt Jahrzehnte. Jetzt weicht es einem modernen Geschäfts- und Bürohaus.Foto: Andreas Veigel
Heilbronn - Eine der letzten ins Auge fallenden Baulücken in der Heilbronner Innenstadt wird geschlossen: Das Medienunternehmen Heilbronner Stimme wird an der Kaiserstraße bauen. Noch in diesem Jahr wird das bestehende Gebäude in direkter Nähe von historischem Rathaus, Marktplatz und Käthchenhaus abgerissen. Bis Sommer 2009 wird an seiner Statt ein modernes Büro- und Geschäftshaus entstehen. Etwa drei Millionen Euro sind als Kosten veranschlagt.

Auf dem Grundstück mit der Nummer 24 stand vor dem Krieg ein Fachwerkgebäude - entgegen der heutigen Dachformen rund um den Marktplatz mit der Giebelseite zur Straße. Danach schloss ein zweigeschossiges Provisorium nur mangelhaft die ins Stadtbild gerissene Lücke.

Auch die Pläne des Medienunternehmens mussten seit Anfang dieses Jahrhunderts so manche Verzögerung hinnehmen: Nach einem aufwendigen Genehmigungsverfahren durch die Stadt, zu dem wegen der prominenten Lage im Herzen Heilbronns auch auswärtiger Sachverstand hinzugezogen wurde, verschoben Nachbar-Einsprüche und juristische Erörterungen das Bauvorhaben. Danach legte der Bauherr die Pläne in die Schublade: Der Markt für Büro- und Geschäftsflächen war zwischenzeitlich übersättigt. Umso mehr freut sich Stimme-Geschäftsführer Tilmann Distelbarth darüber, dass „die Aufbruchstimmung in Heilbronn“ auch dieses Projekt erreicht hat, und mit der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich der entscheidende Mieter für drei der fünf Stockwerke gefunden wurde.

Im Erdgeschoss will die Heilbronner Stimme selbst einziehen - mit einer Innenstadt-Geschäftsstelle des Medienunternehmens. Die Büroflächen im ersten Stock sind noch nicht vergeben. An der planerischen Ausgestaltung Glasfassade des modernen Geschäftshauses wird derzeit noch mit Hochdruck gearbeitet.

Die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken „mit der enormen Dichte von mittelständischen Unternehmen“ fasziniert die Linzer Bankleute, deren bevorzugte Kunden Familienunternehmen und potente Privatleute sind. Außerdem haben sie in der Region „sehr viel Bedarf für unsere Osteuropa-Kompetenz ausgemacht“, wie ein Sprecher betont. Mit 3000 Niederlassungen in fast 20 Ländern weise die Raiffeisen Landesbank dort eine flächendeckende Filialstruktur auf.