Der Fluss kommt an

Heilbronn - Regionaler Neckarpark muss das Ziel sein - Verkehr soll von der Straße aufs Wasser

Der Fluss kommt an
Der Regionalverband hat 70 Projektskizzen zusammengestellt, die die Lebensqualität entlang des Neckars verbessern sollen .Foto: Regionalverband Heilbronn-Franken

Heilbronn - Nach der sechsteiligen Artikelserie zum Neckar steht eines fest: Der Neckar kommt an. Sowohl die Stimme-Redaktion als auch die Autoren haben positive Rückmeldungen erhalten, die beweisen, dass der Neckar die Menschen anzieht und interessiert.

Bereicherung Zugleich bestätigen diese Rückmeldungen eine Untersuchung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung aus dem vergangenen Jahr, wonach sich die meisten Menschen gerne an Flüssen aufhalten. Zwei Drittel der Befragten wünschten sich danach öffentlich zugängliche Flussufer und drei Viertel der Bevölkerung sind der Meinung, dass die Lage an einem Fluss für eine Stadt oder eine Region einen Standortvorteil bringt. Interessant ist darüber hinaus, dass kaum jemand vorbeiziehende Schiffe als störend empfindet und die Mehrheit darin sogar eine Bereicherung sieht.

Mit dem Ausbau der 27 Neckarschleusen und einem damit verbundenen Finanzvolumen von 660 Millionen Euro kommt eine neue Dynamik in die Neckarlandschaft. Parallel zur Schleusenerneuerung werden Fischtreppen installiert, so dass die Durchgängigkeit für die Fische wieder hergestellt wird. Weitere 150 Millionen Euro werden in die Erneuerung der Uferbefestigungen fließen. Dabei wird der Schwerpunkt auf einen ökologischen Ausbau gelegt, ohne die Funktionsfähigkeit des Neckars als Wasserstraße aus den Augen zu verlieren.

Diese Maßnahmen bieten den Anliegergemeinden gute Gelegenheiten, um neue Projekte im Städtebau anzustoßen - soweit dies finanziert werden kann. Es ist zu befürchten, dass wegen der Wirtschaftskrise mehrere kommunale Projekte in unserer Region auf absehbare Zeit nicht angegangen werden können.

Das ist umso bedauerlicher, als unter Mitarbeit des Regionalverbands Heilbronn-Franken fast 70 Projektskizzen zusammengestellt wurden, die einen spürbaren Beitrag zur Verbesserung der Umwelt- und Lebensqualität entlang des Neckars leisten können und damit gemeinsam wesentliche Elemente eines regionalen Neckarparks bilden.

Viele fragen Wichtig ist, auch in Zeiten der Krise nicht das große Ziel eines regionalen Neckarparks zwischen Lauffen und Gundelsheim und darüber hinaus in den benachbarten Regionen Stuttgart und Rhein-Neckar aus den Augen zu verlieren. Die Schaffung eines Neckarparks oder Regionalparks ist eine Aufgabe, die Jahrzehnte in Anspruch nimmt, das bestätigen alle Praktiker. Und wenn die Finanzmittel knapper werden, dann muss die Kooperation umso besser sein.

Die letzte Besprechung der "regionalen Kontaktgruppe Neckar" Anfang Oktober im Heilbronner Rathaus hat gezeigt, wie breit das Spektrum der Akteure am Neckar ist: Von Städten, Gemeinden und Landkreisen, über Fachbehörden, Krankenkassen und Umweltschutzverbände bis hin zu Marketingorganisationen reichte die Teilnahme und das ist gut so.

Der Regionalverband Heilbronn-Franken hat nun die Aufgabe, Eckpunkte für eine Umsetzungsstrategie zum regionalen Neckarpark zu entwickeln.

Dabei gibt es zur Zeit mehr offene Fragen als Antworten und das Ziel wird langfristig nur über viele Schritte zu erreichen sein.

Diese Serie, die wir mit diesem Artikel heute abschließen, wird von Fachleuten unter der Federführung des Regionalverbands Heilbronn-Franken geführt. Das soll eine Diskussionsgrundlage schaffen, um den Neckar in der Region zu einer Marke zu machen.