Dekan Scharfenecker verlässt das Unterland

Heilbronn - Katholischer Geistlicher folgt dem Ruf des Bischofs und wird im Frühjahr Domkapitular in Rottenburg

Von Kilian Krauth

Uwe Scharfenecker: „Dieser Ehre will ich mich nicht entziehen.“Foto: privat

Region - Als sich neulich aus heiterem Himmel Bischof Dr. Gebhard Fürst bei ihm ansagte, beschlich Dr. Uwe Scharfenecker eine leise Ahnung. Inzwischen hat der katholische Geistliche seine engsten Mitarbeiter informiert. Gestern bestätigte die Diözese Rottenburg-Stuttgart: Der Dekan des Dekanats Heilbronn-Neckarsulm und Pfarrer der Neckarsulmer Kirchengemeinde St. Dionys wird ins Bischöfliche Ordinariat nach Rottenburg berufen. Wohl im März/April wird Scharfenecker Leiter der Hauptabteilung für die Ausbildung pastoraler Berufe und Domkapitular. Weltlich gesprochen steht er damit im Rang eines Ministers und gehört zum Kabinett, respektive zum engsten Beraterstab des Bischofs.

Gemischte Gefühle

„Für so ein Amt kann man sich natürlich nicht bewerben. Das ist eine Sache der Berufung. Und dieser Ehre will ich mich nicht entziehen,“ erklärt Scharfenecker gegenüber der Heilbronner Simme. Bei aller Freude macht der 44-Jährige keinen Hehl aus seinen gemischten Gefühlen. Neckarsulm ist dem gebürtigen Aalener seit 1997 über die Jahre hinweg zur Heimat geworden. Und als Leiter des erst 2006 durch die Fusion entstandenen Unterländer Dekanats Heilbronn-Neckarsulm habe er „vieles angefangen, was ich mir weiterzuführen wünschte“: die Visitation der 40 Kirchengemeinden mit fast 100 000 Katholiken, die Vernetzung von Dekanatsrat, Fachdiensten und pastoralem Personal sowie nicht zuletzt das Projekt „Unterländer Kirchentag 2010“. Eine andere Großbaustelle, das zentrale Verwaltungs-, Bildungs- und Seelsorgezentrum namens „Heinrich-Fries-Haus“ an der Heilbronner Bahnhofstraße, wurde unter ihm vollendet.

Die Nachfolgefrage ist laut Scharfenecker „in der Kürze der Zeit noch gar nicht gestellt worden“. Man werde in den nächsten Wochen und Monaten die Neuwahl vorbereiten, die im Dekanatsrat getroffen wird. So soll im Frühjahr ein „möglichst reibungsloser“ Amtswechsel vollzogen werden. Die Pfarrstelle von St. Dionys in Neckarsulm werde wohl noch 2008 ausgeschrieben.

Kirchenhistoriker Scharfenecker war nach dem Studium in Tübingen und Würzburg unter anderem an der Uni Frankfurt tätig und promovierte bei Kirchenhistoriker Hubert Wolf, der als erster Wissenschaftler 1992 das Geheimarchiv der Inquisition untersuchen durfte. Er ist Mitglied im Vorstand des Geschichtsvereins der Diözese und im Stiftungsrat der Stiftung „Wegzeichen - Lebenszeichen - Glaubenszeichen“.