Das große Schweigen greift um sich (30.11.)

Reaktionen auf die Vorschläge der SLK-Geschäftsführerin Susanne Schlichtner - Stadt- und Kreispolitikern sowie andere Verantwortlichen im Gesundheitswesen geben sich wortkarg

Patient SLK-Kliniken? Zehn Millionen Euro pro Jahr sollen durch die Zusammenlegung von Plattenwald und Gesundbrunnen eingespart werden - gegen diesen Vorschlag regt sich Widerstand.

Foto: Dittmar Dirks

Das große Schweigen griff gestern um sich: Als unsere Redaktion versuchte, von den Stadt- und Kreispolitikern sowie anderen Verantwortlichen im Gesundheitswesen Reaktionen auf die Vorschläge von SLK-Geschäftsführerin Dr. Susanne Schlichtner einzuholen, waren viele wortkarg oder ließen sich entschuldigen.

Helmut Himmelsbach, SLK-Aufsichtsratsvorsitzender: Um 17.19 Uhr ließ Helmut Himmelsbach über seinen Pressesprecher Christian Britzke mitteilen, dass „er es nicht mehr packt, in der Redaktion anzurufen“. Eine Besprechung sei gestern der anderen gefolgt und der OB sei jetzt bereits wieder zu einem neuen Termin unterwegs.

Marianne Kugler-Wendt, Verdi-Gewerkschafterin, SLK-Aufsichtsrätin: „Auf Vorschlag der Geschäftsführung hat der Aufsichtsrat Strukturen mit dem Plattenwald beschlossen. Damals waren die Themen „Bettenabbau“, „Tarifsteigerungen“ und „Fallpauschalen“ auch schon bekannt. Diese Änderungen sind von Seiten des Betriebsrats akzeptiert worden.“

Alexander Throm, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion Heilbronn, SLK-Aufsichtsrat: „Ich kann zu diesen Aussagen in der Zeitung nichts sagen, weil sie aus einer nichtöffentlichen Aufsichtsratssitzung stammen. Das weitere Vorgehen müssen Gesellschafter und Aufsichtsrat beraten.“

Volker Flaig, Betriebsratsvorsitzender Klinikum am Gesundbrunnen: „Man muss zwei Dinge sehen: Vom Wirtschaftlichen her macht ein Zusammengehen Sinn, wenn man das sozialverträglich abwickeln könnte. Aber auf der anderen Seite gibt es die Ängste der Mitarbeiter im Plattenwald. Es würde mich aber nicht wundern, wenn es so weit käme - ich denke, das Ganze wäre machbar.“

Hans-Jürgen Walter, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Klinikum am Plattenwald: „Bei dieser Idee handelt es sich um die Einzelmeinung einer Person - im Aufsichtsrat liegt ein anderer Beschluss vor, der nach wie vor gilt. Die Geschäftsführerin war auch vor kurzem noch bei uns in einer Infoveranstaltung und hat zugesichert, dass die Zukunft der Häuser gesichert sei. Genau dies bewirkt jetzt bei unseren Mitarbeitern großen Zorn. Man hat sie ja schon seit Jahren im Unsicheren gelassen darüber, wo es hingeht.“

Peter Dolderer, Bürgermeister in Bad Friedrichshall: „Mit Entsetzen habe ich den Bericht in der Heilbronner Stimme zur Kenntnis genommen. Noch Ende September wurde mir von der Geschäftsführerin versichert, dass der Standort Plattenwald nicht gefährdet ist. Ich werde mich als Bürgermeister der Standortgemeinde und als Kreisrat mit Nachdruck für den Erhalt des Klinikums am Plattenwald einsetzen.“

Thomas Weber, Bezirksdirektor AOK Heilbronn: „Grundsätzlich ist das ein Thema, das nur die SLK-Kliniken betrifft. Die Inhalte der Gutachten, die der Aufsichtsrat zu diesem Thema in Auftrag gegeben hat, sind mir nicht bekannt. Grundsätzlich ist aber richtig, dass eine optimale Patientenversorgung ebenso wie die Wirtschaftlichkeit wichtig sind.“

Harry Brunnet, Gemeindetagssprecher, Fraktionsvorsitzender im Kreistag, SLK-Aufsichtsrat verweist auf Landrat Detlef Piepenburg und Heilbronns OB Helmut Himmelsbach: „Ich selbst werde dazu keine Stellungnahme abgeben.“

Detlef Piepenburg, Heilbronner Landrat, stellvertretender SLK-Aufsichtsratsvorsitzender sieht nach eigenem Bekunden in Stadt- und Landkreis Heilbronn „derzeit keinen der vier Standorte gefährdet“.

Jens Rassweiler, Urologie-Chefarzt am Gesundbrunnen: „Die SLK-Kliniken sind meiner Meinung nach langfristig nur durch Konzentration überlebensfähig. Das Plattenwald-Krankenhaus braucht nicht geschlossen zu werden, stattdessen sollte es eine Portalfunktion bekommen, wie Brackenheim und Möckmühl.“

Helmut Jahn, Landrat Hohenlohekreis: „Ich kenne die Auslöser der Geschichte nicht und kann noch nicht so sehr in die Heilbronner Kliniken reinschauen. Wir sind erst ab 1. Januar 2007 in einer gemeinsamen regionalen Gesundheitsholding. Als alleiniger Klinikträger hat man es immer leichter. Für ein positives Miteinander braucht man Vertrauen. Ich gehe davon aus: Die Kollegen in Heilbronn werden das Richtige tun.“