Campus als Alleinstellungsmerkmal (14.03.09)

Heilbronn - Die Jury hat sich entschieden: Das Stuttgarter Architekturbüro Glück und Partner wird den Heilbronner Bildungscampus an der Mannheimer Straße planen. Die Architekten Martin Ritz und Eckart Mauch machten damit das Rennen vor ihren Konkurrenten von drei weiteren Büros, die vom privaten Bauherrn des Hochschul- und Akademiekomplexes ebenfalls zu dem Realisierungswettbewerb gebeten worden waren.

Von Iris Baars-Werner

Campus als Alleinstellungsmerkmal
WulfPartner aus Stuttgart waren das vierte Büro im Wettbewerb.

Heilbronn - Die Jury hat sich entschieden: Das Stuttgarter Architekturbüro Glück und Partner wird den Heilbronner Bildungscampus an der Mannheimer Straße planen. Die Architekten Martin Ritz und Eckart Mauch machten damit das Rennen vor ihren Konkurrenten von drei weiteren Büros, die vom privaten Bauherrn des Hochschul- und Akademiekomplexes ebenfalls zu dem Realisierungswettbewerb gebeten worden waren. Die Jury gab den anderen Entwürfen keine wertende Rangfolge.

Ein „Alleinstellungsmerkmal“, das Heilbronn als Bildungs- und Hochschulstadt bekannt macht: Das ist für Professor Jörg Aldinger die Wirkung, die der Bildungscampus und seine Gestaltung haben werden. Der Stuttgarter Architekt leitete die Beurteilungskommission aus Fachleuten, Vertretern der Dieter-Schwarz-Stiftung, der Stadt Heilbronn und den Nutzern.

Campus als Alleinstellungsmerkmal
Bechler, Krummlauf, Teske aus Heilbronn schlugen diese Lösung vor.
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Mattes + Sekiguchi, Heilbronn, entwarfen den Plan für dieses Modell.

Bis November 2011 will die Stiftung auf dem knapp 1,9 Hektar großen Gelände vier Neubauten erstellen. Das bestehende Gebäude der Hofkammer des Hauses Württemberg wird in das Areal integriert und durch An- oder Umbauten angepasst. Das Hofkammer-Gelände wird demnächst in den Besitz der Stiftung übergehen: „Die Kaufverträge sind fertig“, sagte Stiftungsgeschäftsführer Klaus Czernuska.

„Hohe Ästhetik und hohe Akzeptanz“ der Architektur versprach Jörg Aldinger. Glück und Partner, die neben Schulen und der Fachhochschule Dessau auch die Hochschule in Künzelsau entworfen haben, überzeugten die Jury durch „das richtige Maß an Verdichtung, angenehme neue Räume und gelungene Proportionen“. Dem Städtebau an „der Nahtstelle zur Innenstadt und dem Übergang zur Bundesgartenschau“ habe das Augenmerk gegolten. Ausschlaggebend war zudem „die Qualität des Campus-Innenraums“. Die Gewinner hätten die Anlage „wie eine Familie mit unterschiedlich großen Kindern“ gestaltet. In jedem der frei stehenden Gebäude wurden Büros, Seminar- und Vorlesungsräume um ein Atrium herum angeordnet.

Campus als Alleinstellungsmerkmal
Der Bildungscampus nach den Plänen von Glück und Partner: Links die Mensa, in der Mitte die HBS, rechts Bibliothek und Stiftung, hinten rechts die Berufsakademie, hinten links die AIM. Die Fassadengestaltung wird noch grundlegend überarbeitet. Sie soll „mehr Verbindung mit der Stadt“ haben.Fotos: Ulrike Kugler

Aber natürlich war dem Bauherrn auch die Wirtschaftlichkeit wichtig: „Glück hat die kompakteste Lösung entworfen und war der sparsamste“, erklärte der Juryvorsitzende. Stiftungsgeschäftsführer Dr. Erhard Klotz erinnerte daran, dass die Vorgaben 78 Seiten umfasst hatten, schließlich hätten alle vier Nutzer unterschiedliche Anforderungen.

Wie viel der Bau des Campus kosten wird, ist weiter unklar. Allein 40 Millionen Euro wird die Stiftung innerhalb 15 Jahren in den Betrieb der Berufsakademie stecken.

Die Entwürfe aller vier Büros werden von Dienstag, 17. März, bis Donnerstag, 19. März, im Foyer der Kreissparkasse Heilbronn ausgestellt.

  

Bildungscampus HN