Bekenntnis zu allen vier SLK-Kliniken

Heilbronn - Keine Einrichtung soll aufgegeben werden - Essensdebatte überzogen

Von Joachim Friedl


Bekenntnis zu allen vier SLK-Kliniken
Der SLK-Klinikstandort am Gesundbrunnen. Die Anträge auf Förderung sind gestellt. Ab wann wird gebaut?Foto: Ulrike Kugler

Heilbronn - Für "etwas überzogen" hält Helmut Himmelsbach die aktuelle Diskussion um das Krankenhausessen und die angekündigte Schließung der Klinikküchen in den SLK-Häusern Brackenheim und Möckmühl. "Die immer wieder in Leserbriefen geäußerte Meinung, die Auflösung der Küchen sei der Anfang vom Ende der beiden Krankenhäuser, entbehrt jeglicher Grundlage", versichert der SLK-Aufsichtsratsvorsitzende im Dezernatsgespräch mit der Heilbronner Stimme. Jede Frau und jeder Mann im Aufsichtsrat stehe hinter der Vorgabe, alle SLK-Kliniken zu erhalten.

Einschnitt

Vor dem Hintergrund, dass das Krankenhaus Brackenheim jedes Jahr ein Minus von rund zwei Millionen Euro einfahre, würde sich das Schließungsthema durchaus stellen, räumt Himmelsbach ein. Er bekennt aber auch: "Ich bin ein Verfechter von kleinen Krankenhäusern." Das Defizit des SLK-Krankenhauses Möckmühl liegt bei etwa 200 000 Euro jährlich.

"Es geht deshalb nicht um gutes oder schlechtes Essen, sondern darum, wie kann ich die finanziellen Verluste verringern, um die kleinen Kliniken halten zu können", erläutert der OB die Intention der vorgesehenen Maßnahmen. Die aktuelle Debatte ist für ihn "ein Nebenkriegsschauplatz".

Bekenntnis zu allen vier SLK-Kliniken
OB Himmelsbach: "Der Klinik-Neubau ist eine Herausforderung."Foto: Sawatzki
Betroffen von den Küchenschließungen sind an die 30 Krankenhausmitarbeiter. Zehn von ihnen haben nach den Worten des Aufsichtsratsvorsitzenden zwischenzeitlich einen Auflösungsvertrag unterschrieben. Das verbleibende Personal soll, so die Vorstellungen von Himmelsbach, im SLK-Gesamtbereich weiterbeschäftigt werden. Für die betroffenen Mitarbeiter hat er Verständnis: "Das ist fürwahr ein harter Einschnitt für die Menschen, aber es geht darum, Brackenheim und Möckmühl zu erhalten. Da ist es die Pflicht des Aufsichtsrates, nach tragfähigen Lösungen zu suchen."

"Der Neubau der beiden Krankenhäuser am Gesundbrunnen und am Plattenwald in Bad Friedrichshall gehört zu den ganz wichtigen Dingen, die mich derzeit beschäftigen", gesteht Himmelsbach ein. Insbesondere zwei Fragen gehen ihm nicht aus dem Kopf: Wie fördert das Land die Baumaßnahme, und wie entwickeln sich die Baukosten?

Risiko

"Sollte die Ausschreibung etwas anderes ergeben, als die bis jetzt errechneten 290 Millionen Euro, dann gibt es Probleme", weiß Himmelsbach. Denn das Risiko höherer Baukosten tragen die Stadt und der Landkreis. "Das Land gibt nur einen Festbetrag, egal was passiert", geht Himmelsbach ins Detail. Die Förderanträge wurden im Dezember des vergangenen Jahres gestellt, eine Antwort erwartet Himmelsbach vor der Sommerpause.

Zur Person:Helmut Himmelsbach

Seit 1999 ist der 63-jährige Verwaltungsfachmann (parteilos) Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn. Bei der Wiederwahl 2007 war Helmut Himmelsbach mit 68 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Seine kommunalpolitischen Stationen vor seinem Einzug in das Heilbronner Rathaus waren Bietigheim-Bissingen, wo er zunächst Stadtkämmerer, später Erster Bürgermeister war. Zum OB von Heidenheim war er 1993 gewählt worden. Helmut Himmelsbach ist verheiratet, hat eine Tochter und ein Enkelkind.


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