Beim Schach rauchen nur die Köpfe

Böckinger wollen künftig wieder jährlich ein Turnier ausrichten

Von Martin Nied

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60 Teilnehmer machten beim Friedrich-Fuchs-Gedächtnisturnier des Böckinger Schachvereins 23 am Wochenende mit.Foto: Martin Nied

Heilbronn - Im Bürgerhaus veranstaltete der Schachverein 23 Böckingen das Friedrich-Fuchs-Gedächtnisturnier, dieses Mal mit internationalen Gästen.

Die 60 Teilnehmer aus ganz Deutschland machten den Veranstaltern Mut. Künftig soll das Turnier wie zwischen den Jahren 2001 und 2005 wieder jährlich stattfinden.

Kopfarbeit Noch stehen sie vor dem Bürgerhaus und plaudern. Manch einer raucht noch eine letzte Zigarette bevor es losgeht. Drinnen nämlich ist Rauchen verboten. Dort stehen einige mit einer Tasse Kaffee in der Hand, dem Treibstoff der Hirnarbeiter.

Im kleinen Saal des Bürgerhauses stehen 30 Tische mit je zwei Stühlen. Schachbrett, schwarze und weiße Figuren und eine Schachuhr. Zwei Jugendliche spielen sich an einem Tisch warm, bis Vorstand Klaus-Dieter Mayer kommt und die beiden raus schickt. Gleich soll das Turnier beginnen. Da darf niemand zuvor an einem Tisch spielen. Im Foyer erläutert Mayer den Spielern kurz, nach welchen Regeln die Paarungen zusammengestellt werden und nach welchen Regeln gespielt wird. Schachspieler lieben es genau. Dann endlich ist Turnierbeginn: Jeder weiß, wo er zur ersten Partie sitzt. Schiedsrichter Jan Oliver van Klinger gibt das Startzeichen.

Schnelles Spiel Weiß beginnt. Zug − und Schlag auf die Uhr. Zug − und Schlag auf die Uhr. Beinahe im Sekundentakt werden an den Tischen die Figuren bewegt und geschlagen. Denn Zeit ist Geld, zumindest für jene, die die ersten fünf Plätze erreichen. Alle aber müssen sich an die festgesetzten Zeitvorgaben halten: pro Spieler und Partie 15 Minuten. Ist ein Spiel noch nicht entschieden, aber einer der Spieler hat bereits die 15 Minuten für seine Züge aufgebraucht, kann der Gegner den Sieg für sich reklamieren.

Günter Kamm und Frank Amos, beide vom Schachverein Lauffen, kommen gerne zum Turnier der Böckinger. Beide schätzen die gute Atmosphäre und das angenehme, familiäre Ambiente, aber auch die gute Organisation durch den SV 23. War das Turnier bisher immer eher regional, so hat sich auch das in diesem Jahr gewandelt. Immerhin steht auf der Spielerliste der amtierende deutsche Meister Igor Khenkin oder der Großmeister Vladimir Epishin aus Leningrad, der für einen Lübecker Schachverein spielt. "So haben wir Mittelklassespieler auch einmal die Chance, gegen einen Großmeister oder wie hier sogar einen deutschen Meister anzutreten", freut sich Günter Kamm.

Doch das ist noch immer nicht alles. Viele kommen einfach, um wieder einmal alte Schachfreunde aus anderen Vereinen zu treffen. Denn die 500 Euro Siegprämie hat am Ende eben doch einer der Meister, nämlich Igor Zuyev aus dem hessischen Heusenstamm, mit nach Hause genommen. Der hat es geschafft, die beiden als Favoriten geltenden Großmeister Khenkin und Epishin auf Platz zwei und drei zu verweisen.