Barthel schließt nach nur einem Jahr

Heilbronn - Das Kaufhaus Barthel schließt an diesem Samstag. Damit steht die Immobilie zwischen Allee, Kilian- und Klarastraße, in der bis 2007 das Modehaus Krauß ansässig war, nach einer lediglich einjährigen Barthel-Episode wieder leer.

Von Franziska Feinäugle

Heilbronn - Es ist eines der Eingangstore zur Fußgängerzone. Es ist ein für die Einkaufsstadt Heilbronn strategisch wichtiger Standort. Und es wird jetzt wieder zum Leerstand: Das Kaufhaus Barthel schließt an diesem Samstag. Damit steht die Immobilie zwischen Allee, Kilian- und Klarastraße, in der bis 2007 das Modehaus Krauß ansässig war, nach einer lediglich einjährigen Barthel-Episode wieder leer.

"Es ist zu groß. Ich kann das finanziell nicht tragen", bekennt Michael Schramm, Enkel des einstigen Firmengründers Wilhelm Barthel (siehe Hintergrund). Mit Firmennamen und Schriftzug hatte der 24-jährige Heilbronner Ende März 2010 bewusst an die Familientradition angeknüpft und das Kaufhaus Barthel eröffnet, in dem vom Fahrrad bis zur Gardine, von Schreibwaren über Taschen und Spielzeug bis zum Gartenzubehör alles zu haben war.

Anzeichen

Aufmerksame Beobachter ahnten bereits, dass sich ein Ende abzeichnet: Der zur Allee hin gelegene Eingang des Kaufhauses war schon vor Wochen geschlossen worden, mit ihm die dahinter liegende Etage; von den ursprünglich 2000 Quadratmetern war die Verkaufsfläche auf zuletzt rund 700 Quadratmeter geschrumpft. Schilder in den Schaufenstern hatten "Räumungsverkauf wegen Umbau" ausgerufen und 50 Prozent Rabatt auf nahezu alles versprochen. Seit Freitag ist nun klar, dass nicht umgebaut, sondern ganz geschlossen wird.

Citymanager Jörg Plieschke bedauert, "dass die Firma schließt: Es war ein außergewöhnliches Sortiment." Die Immobilie als solche, so gut ihr Standort und so riesig ihre Fläche mit insgesamt mehr als 4500 Quadratmetern ist, "funktioniert als Handelsfläche überhaupt nicht mehr", ruft Jörg Plieschke in Erinnerung, was spätestens seit der Schließung des Modehauses Krauß in der Diskussion ist. "Dieses Gebäude, in dieser Größe und Lage, verlangt seit Jahren eine strategische Entwicklung."

Potenzial

Alles in allem größer als das Modehaus Palm, birgt die Immobilie "eine der ganz wenigen Flächen, die es erlaubt, Sortimentsmängel in der Stadt zu beheben, statt das vorhandene Angebot zu multiplizieren", sagt der Citymanager in Anspielung auf den benachbarten Klosterhof, der der Stadt auf vier großen Handelsflächen vier Mieter bescherte, von denen keiner tatsächlich neu war. Die Barthel-Eigentümer, würde sich Plieschke im Sinne der gesamten City wünschen, sollten "mit der Verwaltung an der Seite überlegen, wie man das gesamte Quartier aufwerten kann".

Das scheinen die Eigentümer allerdings nicht vorzuhaben. Auf Stimme-Anfrage hieß es am Freitag, man habe vor, "das Kaufhaus wieder aufzumachen". Den Sommer über solle es leer stehen, auch "nicht im großen Stil" umgebaut werden. "Gegen Ende des Jahres", so ein Angehöriger der Erbengemeinschaft, werde das Kaufhaus Barthel wieder aufmachen, wieder mit Haushaltwaren, "nur der Betreiber wird sich ändern". Der bisherige, Michael Schramm, eröffnet im Juni am Wollhaus 8 unter dem Namen "Venduzo" auf 160 Quadratmetern ein neues Geschäft. Mit Haushaltwaren.