Außen gefährlich, drinnen ungemütlich

Heilbronn - Der erste Eindruck ist entscheidend, heißt es landläufig. Dies gilt umso mehr für ein Krankenhaus. Trotzdem wirkt der Eingangsbereich des SLK-Klinikums Gesundbrunnen wie eine schlechte Visitenkarte: unkomfortabel bei der Ankunft mit dem Auto, drinnen ein wenig altbacken, wenig funktionell – und ungemütlich.

Von Ulrike Bauer-Dörr

Gefährliche Enge vor der Eingangstür: Laufend werden Patienten gebracht und abgeholt. Viele Autos parken minutenlang in der Wendeschleife.Fotos: Guido Sawatzki

Heilbronn - Der erste Eindruck ist entscheidend, heißt es landläufig. Dies gilt umso mehr für ein Krankenhaus. Trotzdem wirkt der Eingangsbereich des SLK-Klinikums Gesundbrunnen wie eine schlechte Visitenkarte: unkomfortabel bei der Ankunft mit dem Auto, drinnen ein wenig altbacken, wenig funktionell – und ungemütlich.

Erst wenn man ihn passiert hat, erschließt sich das, was die Klinik wirklich ist und sein möchte: ein technisch und fachlich hoch modernes Krankenhaus, das auf Qualität Wert legt und auf seinen guten Ruf bedacht ist. Trotzdem fragte sich der Gemeinderat kürzlich, warum sich so viele Patienten anderen, weiter entfernen Häusern, zuwenden.

Halten

Der Weg zum Parkhaus ist weit. Wer einen gehbehinderten oder schwachen Patienten abliefert, möchte unmittelbar vor der Tür parken, ihm die Tasche hineinbringen, ihn abliefern, wo er behandelt wird, mit ihm warten. Das passiert auch täglich bei Patienten, die entlassen werden. So lange stehen viele Autos dort, wo es keinen Platz gibt und striktes Halteverbot herrscht: in der viel zu kleinen Wendeplatte. Für Taxis gibt es außerdem zu wenig Stellplätze. „Hier passieren ständig kleine Auffahrunfälle“, erzählt eine Taxifahrerin.

Eine Besucherin moniert, dass ankommende Patienten auf sich allein gestellt sind, sie hätte gerne einen Abholdienst an der Tür. Wenigstens gibt es stundenweise die ehrenamtlichen „Grünen Damen“ vom Seniorenbüro. Sie beantworten Fragen und lotsen suchende Patienten und Besucher durch die langen Flure.

Wenig großstädtisch auch der Holzkasten mit der Glasscheibe. Das ist die „Rezeption“ des Krankenhauses. CDU-Stadträtin und SLK-Aufsichtsrätin Roswitha Löffler, der die Eingangssituation schon lange ein Dorn im Auge ist, wünscht sich eine großzügige Empfangstheke wie in einem guten Hotel. Die Klinik Löwenstein sei hier Vorbild.

Der Wartebereich ist wenig einladend. Auskunft gibt es hinter der Glasscheibe.
Für Löffler hat der zugige und ein wenig schäbig daherkommende Eingangsbereich das Image einer Bahnhofswartehalle. Wenigstens renovieren könnte man ihn, sagt sie mit Blick auf die abgestoßenen Bodenfliesen und die antiquierten Sitzmöbel. Seit acht Jahren hat sie einen Umbauentwurf für eine blick- und hörgeschützte Patientenaufnahme, den Wartebereich samt Verlegung der Cafeteria in ihrem SLK-Ordner. Fast nichts davon ist umgesetzt.

„Das wird auch noch mindestens drei Jahre lang so sein“, bedauert Betriebsleiter Reinhold Friederich auf HSt-Anfrage. Frühestens dann wird das Klinikum umgebaut. Erst wenn die neuen Funktionsbereiche, deren Platzbedarf und die Wegführung festliegen, kann man den Eingangsbereich umplanen.

Raucher 

Nicht in den Griff bekommt die Geschäftsleitung die rauchenden Patienten vor der Eingangstür. „Wir müssten 24 Stunden einen Ordnungsdienst abstellen, der sie zum Rauchen in den Patientengarten schickt.“ Friederich hat resigniert. „Vielleicht wenn wir Bußgelder verhängen dürften?“