Auf den Umbruch folgt das Jubiläum

Seit 35 Jahren gibt es an der Hochschule den Studiengang Medizinische Informatik

Von Florian Huber

Lauter Informatiker: Ursula, Elisabeth und Clemens Rommer.Foto: Florian Huber

Heilbronn - An die Gesundheitskarte der Krankenkassen wäre ohne die Medizinische Informatik (MI) nicht zu denken. Seit 1973 ist der Diplom-Studiengang an der Heilbronner Hochschule (HHN) beheimatet. Macht genau 35 Jahre. „Jubiläen müssen eigentlich immer durch fünf teilbar sein. Meistens auch noch durch 25, selten jedoch durch 35“, sagt Professor Wilhelm Werner, Dekan der Informatik-Fakultät.

Dozenten und Studenten des gemeinsamen Studienganges mit der Universität Heidelberg sind in Feierlaune. 1500 Absolventen haben mittlerweile ihren Abschluss geschafft und sind Anlass genug für eine zweitägige Fest-Veranstaltung in Heilbronn und Heidelberg. „Der Studiengang befindet sich in einer personellen Umbruchphase“, sagt Dekan Wilhelm Werner bei seinem Festvortrag. „Deshalb wollten die neuen, jungen Kollegen eine Art Bestandsaufnahme durchführen.“ Gesagt, getan.

Die Medizinische Informatik (MI) hat sich in den vergangenen 35 Jahren rasant verändert. Das machen sowohl die Festredner als auch die vielen Plakate im Foyer der Hochschulaula deutlich. „Früher waren es Röntgenaufnahmen, die uns beschäftigten. Heute sind es Tomographen“, sagt Wilhelm Werner. Dazu gesellt sich zum Beispiel die Entwicklung von Computer-Software für virtuelle Patienten, die in der Mediziner-Ausbildung zum Tragen kommt.

Nachwuchsmangel Was fehlt, ist der Nachwuchs. Die Krankenhäuser, also der öffentliche Dienst als erste Anlaufstelle für Absolventen, ist finanziell bei Weitem nicht so attraktiv wie die Industrie. Trotzdem: Mehr als 80 Prozent der Absolventen sind einer HHN-Umfrage zufolge mit den Studieninhalten ihres Faches zufrieden. Auch deshalb werden beim Wiedersehen von ehemaligen Studenten und Professoren in der Kaffeepause viele Anekdoten aus den Untiefen des Gedächtnisses hervorgekramt. Nicht nur die Herren Professoren sind mittlerweile ergraut, sondern auch die Absolventen der ersten Jahre. So wie zum Beispiel Clemens Rommer.

„Er ist Teil unserer Modellfamilie“, wie Martin Haag, der Studiengangsleiter Medizinische Informatik, es ausdrückt. Clemens, mittlerweile Professor in Erlangen, lernte seine Kommilitonin und heutige Frau Ursula Ende der 70er Jahre auf einer Fete der Medizinischen Informatiker kennen. Folgerichtig eifert Tochter Elisabeth nun Mama und Papa nach und studiert MI in Heilbronn. „Keine Sorge, wir haben zuhause auch andere Gesprächsthemen“, beruhigt Clemens Rommer.