Anstoß an Pylon und freier Weg für Hochhaus

Über ein rund 1,6 Hektar großes Grundstück im Heilbronner Schwabenhof wird ein neuer Bebauungsplan gelegt. Bisher war das brach liegende Areal als Sondergebiet für Baumärkte reserviert, jetzt wird es zum Gewerbegebiet umgewidmet

Von Kilian Krauth

Willkommen in Obi-Bronn: Heilbronns Visitenkarte von Süden her.Foto:Kugler

Heilbronn - Über ein rund 1,6 Hektar großes Grundstück im Heilbronner Schwabenhof wird ein neuer Bebauungsplan gelegt. Bisher war das brach liegende Areal als Sondergebiet für Baumärkte reserviert, jetzt wird es zum Gewerbegebiet umgewidmet. Die Stadt strebt hier wie in weiten Teilen des Businessparks die Ansiedlung von Büro- und Dienstleistern an. Theoretisch dürfte hier bis zu 20 Stockwerke hoch gebaut werden. Im Gemeinderat wurde dies nur von den Grünen abgelehnt, weil „die Dimension die Landschaft erheblich stören“ würde, meinte Wolf Theilacker. Baubürgermeister Wilfried Hajek sprach dagegen in Anlehnung an den Neckarsulmer TDS-Turm von einem „passenden Signet für das Gebiet“.

Übergroßes Machwerk Anstoß nahmen fast alle Fraktionen aber an dem 20 Meter hohen Obi-Pylon, der in dem Plangebiet liegt. Thomas Aurich (CDU) riet, „mit Respekt vor dem Eigentümer“ die Beseitigung der Werbestele zu prüfen. „Das übergroße Machwerk muss weg“, betonte Helmut Rohn (SPD). Rep Alexander Schonath meinte derweil: „Das ist mir hundertmal lieber als ein Minarett“. Heiner Dörner (FDP/FWV) befand, die Stadt habe sich „damals erpressen lassen“. Tatsächlich hatte Obi den Werbemast 1999 zur Bedingung für die Ansiedlung gemacht, genauer gesagt für den Franchise-Vertrag mit dem Marktbesitzer und Mitbetreiber Otto Rettenmaier. Er steht auf einer Erbpachtfläche innerhalb des jetzt umgewidmeten Gebietes.

Nicht hochzonen „Kein Verständnis, dass man eine alte Sache jetzt wieder hochzont“, zeigte Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach. „Das ist nicht förderlich.“ Schon vor neun Jahren habe er sich nach einer ähnlichen Diskussion für den Abbau stark gemacht – leider, wie er zu verstehen gab, ohne Erfolg.