Alt-OB Weinmann neunter Ehrenbürger

Heilbronn - Zum neunten Heilbronner Ehrenbürger der Nachkriegsgeschichte wurde am Freitag der frühere Heilbronner Oberbürgermeister Dr. Manfred Weinmann ernannt. Der studierte Volkswirt war von 1983 bis 1999 Stadtoberhaupt, davor ab 1976 Erster Bürgermeister.

Von Iris Baars-Werner

Alt-OB Weinmann neunter Ehrenbürger
Die Urkunde zur Ehrenbürgerwürde hebt die Aspekte der europäischen Partnerstädte und der Heilbronner Stadtteile hervor: Manfred Weinmann (Mitte) mit seiner Frau Arlyn und Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach.Foto: Dittmar Dirks

Heilbronn - Zum neunten Heilbronner Ehrenbürger der Nachkriegsgeschichte wurde am Freitag der frühere Heilbronner Oberbürgermeister Dr. Manfred Weinmann ernannt. Der studierte Volkswirt war von 1983 bis 1999 Stadtoberhaupt, davor ab 1976 Erster Bürgermeister. Zuvor war der CDU-Politiker ab 1966 Stadtrat und Fraktionsvorsitzender gewesen. Seine letzte OB-Amtszeit musste er wegen eines Schlaganfalls einige Monate vor deren regulärem Ablauf beenden.

Von der Krankheit gezeichnet war Manfred Weinmann auch, als er jetzt die Würdigung und Glückwünsche entgegennahm. In seiner kurzen Dankesrede, die er frei hielt, zeigte der gebürtige Neckargartacher jedoch, dass er seinen Humor nicht verloren hat.

Klinikum

Die Laudatio, die der amtierende OB Helmut Himmelsbach auf seinen Vorgänger hielt, sparte keinen Punkt aus, den man als Erfolg verbuchen darf, und der in die Zeit Weinmanns an der Stadtspitze fiel. Das Gesamtklinikum auf dem Gesundbrunnen ist dabei herausragend. Auch die Landesgartenschau 1985. Und der Nachfolger war so ehrlich, einige Punkte der „Gestaltungsoffensive Innenstadt“ zu nennen, die Mitte der neunziger Jahre angestoßen wurden - und die er als der neue OB dann einweihen durfte: die Harmonie-Neugestaltung und die Stadtbahn beispielsweise.

Manfred Weinmann war in den letzten Jahren seiner OB-Zeit nicht unumstritten. Mancher warf ihm auch in Kommentaren in dieser Zeitung vor, dass er für eine Stadt stehe, in der sich nichts bewegt, nichts gelingt. Der Rathausskandal, bei dem ein Hauptamtsmitarbeiter Millionen veruntreute, wurde ihm insofern angelastet, als es sich um sein Dezernat handelte. Diese Gedankenkombination verletzte ihn tief. Und auch dies: Dass seine sprichwörtliche Leutseligkeit, seine Geselligkeit auf Festen ihm zunehmend negativ ausgelegt wurden. Zu Anfang hatte es die Mehrheit immer so verstanden, dass er seinem Motto nachkam, „ein Bürger unter Bürgern“ sein zu wollen.

Alle frühere Kritik schoben OB Himmelsbach und der Gemeinderat beiseite, um dem Mann einstimmig die Ehrenbürgerwürde zu verleihen, der über Jahrzehnte sein offizielles Amt auch als Ehrenamt über den üblichen Zeitrahmen hinaus verstand. Einer, der schon in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts bis heute bekennender Europäer war, dazu einer, der - auch über seine Frau Arlyn, einer Amerikanerin - die Freundschaft zwischen deutschen und US-Bürgern forcierte. Manfred Weinmanns Engagement für die Partnerschaften mit europäischen Städten hatten Béziers und Stockport vor Jahren mit ihrer Ehrenbürgerwürde belohnt.

So war es nicht erstaunlich, dass einige Vertreter der Partnerstädte am Freitag Manfred Weinmann gratulierten. Ebenso wie 200 Weggefährten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie frühere Mitarbeiter des Rathauses.