Abschied von Selbstverständlichkeiten

Heilbronn - Unter dem Leitwort "Sinkflug gestalten, Aufwinde nutzen" stand der Jahresbericht von Dekan Otto Friedrich vor der Bezirkssynode, dem Kirchenparlament des Bezirks Heilbronn. Es repräsentiert rund 68 000 evangelischen Christen zwischen Bad Wimpfen und Ilsfeld.

Von unserem Mitarbeiter Matthias Treiber

Abschied von Selbstverständlichkeiten
Über die Fenster von Xenia Hausner für die Kilianskirche wurde in Stadt und Kirche viel diskutiert. Foto: Archiv

Heilbronn - Unter dem Leitwort "Sinkflug gestalten, Aufwinde nutzen" stand der Jahresbericht von Dekan Otto Friedrich vor der Bezirkssynode, dem Kirchenparlament des Bezirks Heilbronn. Es repräsentiert rund 68 000 evangelischen Christen zwischen Bad Wimpfen und Ilsfeld.

Friedrich forderte die 120 Delegierten dazu auf, vor dem notwendigen Schrumpfungsprozess die Augen nicht zu verschließen. Es gelte, Abschied zu nehmen von Selbstverständlichkeiten. "Geordneter Abbau muss dabei mit mutigem Neuaufbau verbunden werden." Dieses "Downsizing" sei professionell und kirchenverträglich zu gestalten.

Citypfarramt

Als gelungenes Beispiel von Konzentration in der Kirche nannte der Dekan das Kilianshaus im ehemaligen Café Noller, das im Dezember eröffnet wird. Unter einem Dach sind hier neben dem Weltladen der Diakonischen Jugendhilfe und Infotheken der Kirche das Citypfarramt und die Kiliansgemeinde. Sie gibt dafür das Gemeindehaus in der Olgastraße auf.

Als weiteres Beispiel nannte Friedrich die Gaffenberg-Sanierung, für die über 900 000 Euro Spenden gesammelt wurden. Ein neues Betriebskonzept soll auch den Jahresbetrieb stärken und Schulklassen und Jugendfreizeiten in das Waldheim bringen.

Im weiten Verlauf ging der Heilbronner Dekan auf die neuen Kirchenfenster in der Kilianskirche ein. Erstmals habe dabei nun bei einem Denkmal von nationaler Bedeutung eine obere Kirchenbehörde gottesdienstliche Belange gegenüber dem Denkmalschutz geltend gemacht. Dies mache den Rang der neuen Buntglasfenster deutlich.

Bezirksumlage

Das evangelische Bezirksparlament genehmigte den Plan für die kirchliche Arbeit 2011. Er umfasst eine Plansumme von 2 345 130 Euro, das sind 266 230 Euro mehr als im Vorjahr. Finanziert wird dies durch die Kirchenbezirksumlage, bei der alle Kirchengemeinden aus ihren Kirchensteuermitteln im kommenden Jahr je Gemeindeglied 23,26 Euro an den Bezirk abführen müssen.

Während die Kirchengemeinden die Arbeit vor Ort bestreiten und die Pfarrer aus landeskirchlichen Mitteln besoldet werden, trägt der Kirchenbezirk vor allem übergemeindliche Aufgaben. An vorderster Stelle stehen die evangelischen Kindergärten, für die 741 530 Euro aus Kirchensteuermitteln aufgewendet werden, 24 030 Euro mehr als 2010. Dies ist der bei weitem größte Einzelposten des Haushaltsplans.

Weitere große Ausgabenposten sind: die Jugendarbeit durch Jugendreferenten und Diakone (443 800 Euro), die Arbeit der Kreisdiakonie (360 300 Euro) und der Psychologische Beratungsstelle (273 880 Euro).

Abschied von Selbstverständlichkeiten
Xenia Hausner hat insgesamt fünf Entwürfe geschaffen.Fotos: Archiv