Abitur im Klosterhof

Heilbronn - Im Klosterhof besuchen 48 Schülerinnen und sechs Schüler seit September das neue Sozialwissenschaftliche Gymnasium (SWG). Am Freitag wurde es festlich eröffnet.

Von Gertrud Schubert

Abitur im Klosterhof
Stolz tragen die Mädchen das Schulhemd. Mit sechs Schülern hat das SWG in Heilbronn eine "relativ hohe Männerquote", sagt Georg Wacker vom Kultusministerium.

Heilbronn - Der Kiliansplatz ist ihr Schulhof, ihr Gymnasium im Herzen der Stadt. Im Klosterhof besuchen 48 Schülerinnen und sechs Schüler seit September das neue Sozialwissenschaftliche Gymnasium (SWG). Am Freitag wurde es festlich eröffnet.

Berufliche Gymnasien sind der Renner. In Heilbronn haben sie die allgemeinbildenden Schulen inzwischen überflügelt. Schulbürgermeister Harry Mergel sagt es in seinem Grußwort in Zahlen: Die traditionellen Schulen bieten "nur" 18 Züge (Klassen) pro Jahrgang an, die beruflichen 21.

Buchstäblich überrannt war schon der erste Infoabend fürs SWG: 150 Schüler und Eltern strömten ins Kolpingbildungszentrum in der Bahnhofstraße. Die Folge: Statt mit einer Klasse startete das neue Gymnasium gleich zweizügig.

Über den Dächern

Zwei Monate vor dem ersten Schultag waren die schmucken Räume - teils mit Blick auf die Kilianskirche - gefunden. Zweimal 500 Quadratmeter vermieten Helmut und Renate Kofink an das private Bildungszentrum. Im zweiten Obergeschoss ist, bis in den kommenden Schuljahren die nächsten Klassen nachrücken, reichlich Platz für Feste. Die Aula lässt sich mit einer mobilen Trennwand in zwei Klassenzimmer aufteilen. Über den Dächern der Stadt, im dritten Obergeschoss, sind die Klassenzimmer der SWG-Anfänger, eine Cafeteria, ein Fachraum, Lehrerzimmer und Räume für Gruppenarbeit. Für den Sportunterricht pendeln die Schülerinnen nach Sontheim ins Hofwiesenzentrum.

Staatssekretär Georg Wacker vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport sieht die neuen Gymnasien mit sozialwissenschaftlichem Profil hervorragend platziert: Auf der einen Seite steht das überwältigende Interesse der Mädchen an einem Schulprofil, das Pädagogik und Psychologie zum Kernfach macht. Auf der anderen wächst in der Gesellschaft der Bedarf an jungen Leuten, die sich für soziale Berufe entscheiden. Zwischen frühkindlicher Pädagogik und Pflege im Alter tut sich ein weites Arbeitsfeld auf. Wobei der Staatssekretär betont, dass nach dem Abitur am SWG alle Studienfächer offen stehen. Der Abschluss ist gleichwertig.

Abitur im Klosterhof
Eine Sitzecke und Tische für den gemütlichen Kaffeeplausch. Der Blick auf die Kilianskirche ist in der SWG-Cafeteria inklusive.Fotos: Ulrike Kugler

Schulleiter Wacker "Nicht ohne Norbert Wacker" (nicht verwandt mit dem Staatssekretär) - das war der Standardsatz von Ilona Bräuninger, der Leiterin des Kolpingbildungszentrums Heilbronn, als sie das neue Gymnasium anpackten. Just diesen Sommer hat der Physik- und Mathelehrer seinen Dienst am Theodor-Heuss-Gymnasium quittiert und kann sich jetzt als Unruheständler der Leitung von Abendgymnasium und SW widmen.

Vorstand Carsten Breyde fand in seinem Grußwort eine schöne Begründung fürs Engagement des Kolpingbildungswerks: "Wissen und Können sind die einzigen Rohstoffe, die sich bei Gebrauch vermehren."