AVG plant Millioneninvestition in Böckingen

Heilbronn - Was lange währt, könnte jetzt endlich gut werden. Der Stadtbahnbetreiber AVG plant auf dem Gelände des Böckinger Rangierbahnhofs, einem der schlimmsten Schmuddelareale der Stadt, einen neuen Betriebshof zu bauen.

Von Helmut Buchholz

Ein geschickter Zug für alle Fälle
Lösung für viele Probleme: Die Stadtbahnbetreiber haben zwei Planungsvarianten (im Bild rot und blau markiert) am Böckinger Rangierbahnhof im Visier.Foto: Kuhnle

Heilbronn - Was lange währt, könnte jetzt endlich gut werden. Der Stadtbahnbetreiber AVG plant auf dem Gelände des Böckinger Rangierbahnhofs, einem der schlimmsten Schmuddelareale der Stadt, einen neuen Betriebshof zu bauen. Hintergrund ist der Kauf von bis zu 40 neuen Bahnwagen, die die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) im Zusammenhang mit neuen Trassen braucht, etwa der neuen Stadtbahnverbindung von Heilbronn in den nördlichen Landkreis.

Für den Fuhrpark benötigt die AVG eine Halle, wo er geparkt und instandgehalten werden kann. "Wir sind in Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer Deutsche Bahn und der Heilbronner Stadtverwaltung", bestätigt AVG-Prokurist Siegfried Lorenz. Im Gespräch sind zwei Varianten (siehe Bild). Wie groß die Investitionssumme ist, "können wir noch nicht sagen. Dazu ist es noch zu früh." Klar sei nur, so Lorenz, dass sich ein derartig großes Vorhaben nur in mehreren Bauabschnitten realisieren lässt.

Nadelöhr

Das Projekt könnte der Durchbruch für das seit Jahrzehnten vernachlässigte Gelände am sogenannten Sonnenbrunnen werden. Hier warten die Böckinger schon seit vielen Jahren auf ihre neue Mitte. Außerdem gilt die Stelle als Nadelöhr für den Verkehr, der regelmäßig zu den Stoßzeiten an der Großgartacher Straße zusammenbricht. Möglicherweise sind die Stadtbahnplanungen der große Wurf für die Stadtplaner. "In der Tat ergeben sich durch die AVG-Investitionen viele Möglichkeiten", sagt Heilbronns Erste Bürgermeisterin Margarete Krug. Damit meint sie zum Beispiel die neue Verkehrsführung, die bisher nur auf dem Reißbrett existiert. Um die Planung Wirklichkeit werden zu lassen, fehlten der Stadtverwaltung noch einige Grundstücke, die der Deutschen Bahn gehören. "Doch in bin guten Mutes, dass wir da auf einem guten Weg sind", erklärt die Bürgermeisterin.

Noch eines beflügelt die Phantasie der Stadtentwickler: In der Nähe des Sonnenbrunnens soll ein Eingang zum Gelände der Bundesgartenschau 2019 platziert werden. Mit dem neuen "Grünzug wird das ganzen Areal aufgewertet", so Krug. Sie erhofft sich zudem "mehr Arbeitsplätze" und dass der ganze Wirtschaftsstandort davon profitiert.

Schub

Vor Paul Sauers geistigem Auge zeichnet sich schon die schöne, neue Schienenwelt am Böckinger Eisenbahnmuseum ab. Der stellvertretende Vorsitzende des Museumvereins erhofft sich einen kräftigen Schub durch die AVG-Betriebsanlage. Der historische Ringlokschuppen und die Sammlung der alten Dampfloks, so heißt es in Fachkreisen, ist einmalig in Süddeutschland und hätte viel mehr Aufmerksamkeit und Publikum als bisher verdient. Mit der AVG könnte der Schatz, der sich an dieser geschichtsträchtigen Stelle der Stadt verbirgt, gehoben werden. Alte und neue Bahn vereinen sich zu einem guten Ganzen.