Heilbronn
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Studie: Hoher Investitionsbedarf auf Heilbronns Straßen

Laut einer Studie müsste die Stadt jährlich rund 10 Millionen Euro für die Straßensanierung ausgeben. Im Etat der Stadt Heilbronn sind aber nur etwa 2,5 Millionen dafür eingeplant. Das sorgt für Diskussionen im Bauausschuss.

Von Kilian Krauth
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Lesezeit  2 Min
Große Schlaglöcher im Straßenetat
Eine Studie hat sich mit dem Zustand der Heilbronner Straßen befasst. Jetzt hat sich der Bauausschuss des Gemeinderats mit deren Ergebnissen befasst.Foto: Archiv/Sawatzki

Der Zustand der Heilbronner Straßen ist nicht gerade so, dass man Zustände bekommen müsste. Er hat sich aber in den letzten sechs Jahren verschlechtert, so sehr, dass die bisherigen Sanierungsgelder den Wertverlust nicht auffangen konnten. Um immerhin den aktuellen Standard für die nächsten fünf Jahre zu halten, reichen die derzeit im Stadtetat reservierten 2,53 Millionen Euro pro Jahr bei weitem nicht aus. Jährlich müssten mindestens zehn Millionen Euro in die Sanierung fließen.

Studie beziffert Investitionsbedarf auf 10 Millionen Euro

Dies sind die Kernaussagen einer Studie des Büros Lehmann und Partner aus Erfurt, die von Oktober 2015 bis Februar 2016 das insgesamt 523 Kilometer umfassende − und wie es heißt für eine Stadt wie Heilbronn "relativ große" − Straßennetz im Stadtgebiet genau unter die Lupe genommen haben, genauer: Risse, Spurrillen und andere Unebenheiten bis hin zu Schlaglöchern erfasst haben.

Nur 13 Prozent des Hauptstraßennetzes − also vor allem Bundes-, Landes- und Kreisstraßen − sind demnach in einem sehr guten Zustand, bei 28,6 Prozent heißt es gut, bei 5,8 Prozent mittelmäßig, 20,5 Prozent seien schlecht und 32,2 sogar sehr schlecht. Beim Nebennetz sieht es so aus: Nur ein Prozent sei in einem sehr guten Zustand, 30 Prozent nennt die Studie gut, 46 Prozent mittelmäßig, 17 schlecht und weitere sechs Prozent sehr schlecht. Professor Andreas Großmann hat die Untersuchung dem Bauausschuss des Gemeinderates vorgelegt − und damit eine rege Debatte angestoßen.

Heilbronner Straßen "besser als Hohenloher Holperstrecken"

Nur 13 Wochen nach der Verabschiedung eines "sehr eng genähten Etats" wolle die Verwaltung offenbar schon die nächste Runde anstoßen, stellte mit kritischem Unterton CDU-Stadtrat Thomas Randecker fest. Dabei seien die Straßen von Heilbronn im Vergleich zu "den Hohenloher Holperstrecken" deutlich besser. Dass dies − ganz abgesehen von der Art des Autos − "eine relative Wahrnehmung" sei, stellte Baubürgermeister Wilfried Hajek klar. Gleichzeitig erinnerte er, wie vor acht Jahren schon mal kurzfristig 1,5 Millionen Euro im Etat unverhofft frei geworden seien, die man dann sinnvollerweise in die Straßensanierung fließen ließ.

Als Gradmesser für den Sanierungsfall sollten nicht nur sichtbare Aspekte wie Schlaglöcher dienen, sondern vielmehr die Folgekosten einer ausbleibenden Sanierung, befand Gerd Kempf (SPD). Eva Luderer (Grüne) stellte klar, dass ihre Partei zwar Straßenneubauten kritisch hinterfrage, aber hinter deren Sanierung stehe − vor allem, wenn damit Rad- und Fußwege auf Vordermann gebracht werden.

Fehlen Buga-Ivestitionen anderswo?

"Jetzt sind wir nicht mehr auf unser subjektives Empfinden angewiesen, sondern können fundiert schimpfen", gab Heiner Dörner (FWV) mit Blick auf die Studie zu verstehen. Gleichzeitig machte er die hohen Investitionen zur Bundesgartenschau für den Sanierungsstau an Straßen, Brücken und Gebäuden verantwortlich. Dem widersprach Hajek, indem er auf andere "millionenschwere" Baustellen wie etwa das Klinikum verwies.

"Wir werden jedenfalls nicht locker lassen", gab am Ende Christiane Ehrhard als Leiterin des Amtes für Straßenwesen zu verstehen. Neben dem Abbau einer Prioritätenliste werde auch bei Leitungsarbeiten in der Regel gleich der jeweilige Straßenbelag erneuert.

 

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