Heilbronn
Lesezeichen setzen Merken

Literaturtage: Ein Liebesgedicht zum Samstagsbummel

Das Lesefest zur Eröffnung der Kinder- und Jugendliteraturtage kommt bei jungen, aber auch bei älteren Besuchern gut an.

Von Jürgen Paul
  |    | 
Lesezeit  1 Min
 Foto: Mario Berger

Kindern und Jugendlichen Lust auf Lesen und Schreiben zu machen – dieses Ziel verfolgen die 22. Baden-Württembergischen Kinder- und Jugendliteraturtage, die noch bis 13. Mai in Heilbronn stattfinden. Mit einem großen Lesefest sollten am Samstag viele junge – und auch ältere – Leute angesprochen werden.

Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, wie im K3 am Berliner Platz zu beobachten ist. „Darf ich Ihnen ein Gedicht vorlesen?“, fragt Klaus Wende verdutzte Passanten. Die meisten schauen erst skeptisch, fragen nach dem Preis und nehmen das ungewohnte kostenlose Angebot dann gerne an. Sie ziehen ein Röllchen aus Klaus Wendes Bauchladen, links ein Fach für Erwachsene, rechts eins für Kindergedichte, lauschen der sonoren Stimme des Lesepaten der Stadtbibliothek Heilbronn und gehen besser gelaunt weiter. Ob sie auch zu Hause zu Gedichtbänden greifen, steht dahin. Die Organisatoren freuen sich aber darüber, Menschen überhaupt mit Literatur in Kontakt gebracht zu haben.

Darum geht es auch bei der „Wörtchenbude“ vor dem Netto-Markt im K3. Projektleiter Nicolai Köppel hat die drei Autoren Carolin Hafen, Ingo Klopfer und Jörg Kaiser nach Heilbronn eingeladen, um den Passanten ein außergewöhnliches Angebot zu machen. Die drei Kreativen schreiben Gedichte oder Kurzgeschichten nach Kundenwunsch – ein Vierzeiler kostet fünf Euro, pro Zeile Liebesgedicht wird ein Euro fällig. Mitten im samstäglichen Trubel zwischen Einkaufenden und den Leseratten beim benachbarten Bücherflohmarkt der Stadtbibliothek greifen die Autoren zum Füller oder bringen ihre Spontanwerke mit alten Schreibmaschinen zu Papier. „Jedes Gedicht, jede Geschichte ist ein Unikat“, sagt Ingo Klopfer, während Jörg Kaier über einem Liebesgedicht brütet, das ein Mann für seine Frau bestellt hat.

Projektleiter Nicolai Köppel freut sich über das Interesse der Heilbronner am Lesefest, an dem noch einige andere Aktionen laufen. In der Stadtbibliothek fesselt Lese- und Literaturpädagogin Evelyn Kraft die jüngsten Besucher mit ihrem Bilderbuchkino und „Theo Tonnentier“. Der Autor Jens Sparschuh liest aus seinem Buch „Firlefanz“, und bei zwei ausverkauften Comic-Workshops lernen die jungen Leute, wie man einen Comic zeichnet. 

 

Kommentar hinzufügen
  Nach oben