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Am Montagabend: Bombendrohungen in Heilbronn

In Heilbronn ist am Montagabend während einer Demonstration der Kurdischen Gesellschaft Heilbronn eine Bombendrohung eingegangen. Die Polizei sperrte den Kiliansplatz vorübergehend ab. Auch der Bahnhof war gesperrt.

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Bombendrohungen in Heilbronn | 29.8.
 Foto: Blaulichtreport Heilbronn

Während einer Demonstration des Kurdischen Gesellschaftszentrums Heilbronn auf dem Heilbronner Kiliansplatz ist eine Bombendrohung bei der Polizei eingegangen.

Zum ersten Mal meldete sich der Anrufer um 18.01 Uhr aus einer Telefonzelle in der Bismarckstraße, in Höhe des Gebäudes Nummer 15. Nur zwei Minuten später ging ein weiterer Anruf aus einer Telefonzelle vor dem Gebäude Karlstraße 24 und ein weiterer um 18.24 Uhr vor der Turmstraße 1 ein. Der Anrufer sprach Deutsch mit schwäbischem Akzent, so die Polizei.

Bombendrohungen in Heilbronn | 29.8. | Heilbronn | 29.08.2016 | 15 Bilder

Daraufhin räumten Beamte den Kiliansplatz und sperrten ihn ab – die Anrufer drohten, die Bombe um 19 Uhr detonieren zu lassen. Die Sperrung wurde gegen 19:15 Uhr wieder aufgehoben.

„Die Geschäftsleute haben ihre Läden geschlossen“, sagt Polizei-Einsatzleiter Thomas Nürnberger. „Die Leute haben hier alle sehr ruhig und besonnen reagiert.“ Sowohl Beamte des Heilbronner Präsidiums als auch der Bereitschaftspolizei waren im Einsatz, sie hatten bereits zuvor die Demonstration begleitet.

Die Demonstration war kurzfristig angemeldet worden, um Kritik an der Offensive des türkischen Militärs im Norden Syriens zum Ausdruck zu bringen – sie richtet sich vor allem gegen die dort lebenden Kurden. Ein Sprecher des Kurdischen Gesellschaftszentrums kritisierte das Verhalten der Polizei. Sie habe die Bombendrohung nicht ernst genug genommen. „Die Drohung richtete sich gegen unsere Demonstration. Das Areal hätte viel aufmerksamer durchsucht werden müssen.“

Bahnhof ebenfalls gesperrt

Nur wenige Minuten nachdem der Kiliansplatz wieder freigegeben wurde, meldete sich der Anrufer aus einer Telefonzelle in der Urbanstraße bei dem Gebäude 25. Dieses Mal drohte er mit einer Bombe im Bahnhofsgebäude. Die Polizei riegelte daraufhin den Bahnhof ab, nachdem dieser vollständig geräumt war. Auch der Zugverkehr wurde eingestellt und nach rund eineinhalb Stunden wieder freigegeben. Betroffen war davon auch ein Regionalexpress, der sich im Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs befand. 

Bis zum späten Montagabend gingen noch zwei weitere Drohanrufe desselben Mannes bei der Polizei ein. „Der Unbekannte muss mindestens mit einem Fahrrad zwischen den Telefonzellen unterwegs gewesen sein“, sagte ein Polizeisprecher. Wer den Täter, der mit einem Fahrrad oder einem Motorrad unterwegs war, zu den tatrelevanten Zeiten an einer der beschriebenen Telefonzellen gesehen hat, wird gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Heilbronn unter der Telefonnummer 07131 104-4444, in Verbindung zu setzen.

Außerdem überlegt die Polizei in Absprache mit der Staatsanwaltschaft, die Aufzeichnungen der Anrufe zu veröffentlichen. Bei einem ähnlichen Fall vor rund einem Monat, bei dem ein Mann ebenfalls von einem öffentlichen Telefon aus mit einer Bombe auf einem Volksfest in Heilbronn gedroht hatte, konnte die Veröffentlichung der Mitschnitte bei der Fahndung nach dem Unbekannten helfen.Ein 22 Jahre alter Tatverdächtiger wurde wie berichtet verhaftet. ale/red

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