Tag für Tag Stop-and-go

Heilbronn  Eine Lösung für den stockenden Verkehr beim alten Tierheim kommt erst in der zweiten Jahreshälfte.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

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Alltägliches Bild am Tierheim. Foto: Willi Ziffus

Der Ruf, die Wimpfener Straße beim alten Tierheim-Gelände baldmöglichst zu verbreitern, wird immer lauter – und die Stimmung unter Lastwagen- und Autofahrern immer schlechter. Nahezu täglich dreht sich in den Hauptverkehrszeiten fast kein Rad mehr an dieser Ecke. Staus in der Wannenäckerstraße und Stop-and-go für den Verkehr aus Richtung Biberach sind die unerfreulichen Folgen.

„Die Nerven der Lkw-Fahrer liegen blank. Aus Frust, dass nichts geht, brüllen sie sich gegenseitig an“, beschreibt Willi Ziffus die Situation. Der Geschäftsführer und Inhaber der Firma Air-Light an der Grundäckerstraße in den Böllinger Höfen ist hautnah dabei.

Verschärft wird die Situation dadurch, dass die Pfaffenstraße als Autobahn-Ausweichstrecke mitten durch den Gewerbepark führt. Bei jedem Stau auf der A 6 kommt es zu Problemen, weil dann auch die Lastwagen der in den Böllinger Höfen ansässigen Unternehmen stehen.

Abstimmung

Die Ursache für die Behinderungen ist bei der Verwaltung bekannt: Durch Rückstau, bedingt durch Linksabbieger von der Wimpfener Straße auf die Zufahrt der Neckartalstraße, können Verkehrsteilnehmer in Richtung Heilbronn nicht geradeaus weiterfahren. Aus diesem Grund reihen sich Fahrzeuge in den Wartebereich zur Neckartalstraße ein, wodurch sich die Staulänge in der Wimpfener Straße und vor allem in der Wannenäckerstraße vergrößert.

Zur Verbesserung des Verkehrsflusses wird ein zusätzlicher, etwa 100 Meter langer Fahrstreifen auf der Fläche des alten Tierheims angelegt. Dadurch entstehen auf der Wimpfener Straße zwei Fahrstreifen Richtung Süden mit einer getrennten Linksabbiegespur zur Neckartalstraße und einer Geradeausspur Richtung Heilbronn. Eine Fahrbahn verläuft Richtung Böllinger Höfe/Biberach.

Umgesetzt werden sollte diese Lösung, wie es Ende November 2015 im Verkehrsbeirat des Gemeinderats geheißen hatte, in diesem Frühjahr. Doch daraus wird nichts. „Wir werden erst in der zweiten Jahreshälfte mit dem Umbau beginnen“, sagt auf Anfrage Thomas Bender. Als Grund für die Verschiebung nennt der stellvertretende Leiter des städtischen Amtes für Straßenwesen die Verkehrsabstimmung hinsichtlich der geplanten Neubauten auf einem Teil des Tierheim-Areals. Die Planung jedoch habe begonnen.

Das 44 Ar große Grundstück war Mitte April von der Stadt an die Rema KG aus Filderstadt verkauft worden. Vorgesehen ist auf einem Teil dieser Fläche der Bau einer Tankstelle mit Shop und einer Waschanlage sowie die Filiale einer Systemgastronomie. Baubeginn könnte im kommenden Jahr sein.

Unter Verkehr

Die Verbreiterung der Wimpfener Straße inklusive Gehweg wird, wie Thomas Bender erläutert, unter Verkehr gebaut werden. Möglicherweise wird es eine provisorische, ampelgeregelte Vorbeifahrt an der Baustelle geben. Die Kosten beziffert der Verkehrsexperte auf 160 000 Euro. Als Bauzeit nennt er vier bis sechs Wochen.