Heilbronn
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Der "Blitz" hat die Nase vorn

Der "Blitz" hat die größten Chancen, realisiert zu werden. Die Rede ist von der Fuß- und Radwegbrücke, die ab 2017 vom Willy-Brandt-Platz über die Gleisanlagen des Hauptbahnhofs in das Bundesgartenschaugelände gebaut wird.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl
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Der Gemeinderat hatte sich am Donnerstag wie berichtet auf den Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Peter, Lochner, Bogenrieder als Nummer 1 festgelegt .

 

Plan 1a

So könnte die Fuß- und Radwegbrücke über den Heilbronner Hauptbahnhof in den Neckarbogen einmal aussehen. Baubeginn soll 2017/2018 sein. Die Bahn stimmt dem Bauwerk grundsätzlich zu. Bei dem Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Peter, Lochner, Bogenrieder handelt es sich um eine offene Brücke mit markanter Bergspitzen-Silhouette aus einem weißen Stahltragwerk.

 

Spielregeln

Abgelehnt wurde der Antrag von CDU-Stadtrat Dr. Joachim Cyran, die gedrehte, geschlossene Brücke der Wittfoht Architekten von Platz 2 auf Platz 1 zu heben. Keine Chance hatte auch der Vorstoß von FWV-Fraktionssprecher Heiner Dörner, die in Grün gehaltene, ebenfalls geschlossene mehrfeldrige Balkenbrücke aus Stahl von Mayr + Ludescher von Platz drei auf Rang eins zu lupfen. Dörners Idee, das Dach der Brücke als Solarkraftwerk mit einer Jahresleistung von 300.000 Kilowattstunden zu gestalten und Geld damit zu verdienen, stieß auf keine Gegenliebe.

Unabhängig von diesen Entscheidungen werden in den kommenden Wochen alle drei Gestaltungsentwürfe in einem Vergabeverfahren mit sehr eng gefassten Regeln auf ihre Realisierbarkeit untersucht. "Dieser Prozess könnte bei Statikproblemen oder überzogenen Kosten das festgelegte Ranking noch beeinflussen", wartet Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas gespannt auf das Ergebnis.

Von einer "gespalteten CDU-Fraktion" bezüglich der Frage, ob Brücke Nummer eins oder zwei gebaut werden soll, sprach Stadtrat Thomas Aurich. Im Gegensatz zu Stadtrat Hasso Ehinger (Linke), der den Zeitdruck und die fehlende Bürgerbeteiligung kritisierte, drängte Aurich zur Eile: "Eigentlich müssten wir auf dem Buga-Areal schon Bäume pflanzen."

"Die SPD spricht sich mehrheitlich für die offene Brücke aus, weil sie angemessen ist", sagte Fraktionssprecherin Sibylle Mösse-Hagen. Die geschlossenen Brücken seien Angströhren. So sah es auch FDP-Stadtrat Gottfried Friz, der die Sicherheitsfrage stellte und Phobien ansprach. Heilbronn brauche eine funktionale, auffällige und wiedererkennbare Brücke − dies sei der "Blitz". Auch für die Grünen ist diese Brücke die Lieblingsvariante: "Der Neckarbogen bekommt mit diesem spektakulären Brückenbau noch mehr Attraktivität", sagte Stadtrat Wolf Theilacker.

Überzogen

"Wir sind von den Entwürfen nicht überzeugt. Es sind überzogenen Ideen", merkte Pro-Stadtrat Heiko Auchter an. Die Verwaltung ermahnte er, mit der Buga "langsam in die Gänge zu kommen".

 

 

Hintergrund: Brückenwettbewerb

Von den drei Brücken, die jeweils eine Spanne von 190 Meter überbrücken und in etwa sieben Metern Höhe über die Gleise der Deutschen Bahn führen, sind zwei Entwürfe geschlossene Bauwerke, eine Brücke ist offen (siehe Visualisierung oben). 

 

Entwurf der Arbeitsgemeinschaft GS Ingenieure und Wittfoht Architekten Stuttgart. Die Brücke ist eine Röhre, die wie eine Helix in sich gedreht und mit Lochblech eingehaust ist. 

 
 
 
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Entwurf von Mayr Ludescher Partner Beratende Ingenieure für Bauwesen und Auer + Weber + Assoziierte Stuttgart. Das Bauwerk verbindet die beiden Seiten auf kürzestem Weg mit einer Stahlgitterschale. Die farbige Hülle aus grün eingefärbtem Acrylglas hat eine leichte Wellenform. 

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