Traubenesser ade

Heilbronn  Der Uhlandplatz wird umgebaut. Die Parkplätze und die Brunnenfigur verschwinden.

Von unserer Redakteurin Gertrud Schubert

Muss der kleine grüne Park den Autos weichen? Verdutzt beobachten Passanten, was sich auf dem Uhlandplatz tut, seit vor wenigen Wochen Baustellenfahrzeuge aufgezogen sind. Der viele Schotter macht sie skeptisch. Doch Hans-Peter Barz, der Leiter des städtischen Grünflächenamtes verspricht, dass der Park ein Park bleibt: "Einfach, aber schön."

Statt des Grüns werden die Parkplätze verschwinden. Das letzte Stück Sackgasse, bevor die Gymnasiumstraße auf die Wollhausstraße mündet, bleibt zwar als Erschließungsweg asphaltiert, doch Autos können hier künftig nicht mehr abgestellt werden. Letzte Woche wurden Entwässerungsrohre verlegt. Und die Straße bekommt einen Unterbau, den hatte sie bisher gar nicht. So erklärt Barz, dass so viel Schotter aufgefahren wurde.

Vom Sockel gestoßen

Noch harrt der knitze Traubenesser mitten auf der Baustelle aus. Doch seine Tage sind gezählt. 1953 aufgestellt hat der kleine Weingärtner von Maria Fitzen-Wohnsiedler (1908-1989) im Lauf der Jahre viel mitgemacht. Die Brunnenfigur aus Beton wurde vom Sockel gestoßen, musste repariert werden, war lange Zeit verschwunden und zierte zuletzt einen runden Trog, in dem sich statt Wasser häufig Abfall sammelte. 8000 Euro jährlich für einen Frischwasserbrunnen ausgeben? Das wollte sich die Stadt nicht leisten.

Jetzt muss der Weingärtner weg. "Der Brunnen hat ein anderes Umfeld verdient", erklärt Hans-Peter Barz. Einerseits passe er nicht mehr in die neue Platzgestaltung, andererseits müsse er saniert werden. Ein Steinmetz wird ihn abbauen und sicher verwahren.

Wo − und wann − die Figur und ihr Brunnen einen neuen Standort finden, weiß Barz nicht zu sagen und spöttelt mit Blick auf den Berliner Platz in Heilbronn und sein Wahrzeichen: "Das wird ein neuer Problembär, der dann durch die Stadt wandert." Doch im Ernst: Der Traubenesser hat Risse, nur eine grundlegende Restaurierung kann ihn retten. Und er braucht, wenn er wieder aufgestellt wird, auf jeden Fall eine neue Brunnentechnik, die nicht so sehr ins Geld geht.

Neue Wegverbindung

Für den neuen Uhlandplatz − ohne Brunnen − gibt die Stadt 160 000 Euro aus, die Hälfte davon übernimmt die Kreissparkasse. Denn ihr Eingang von der Wollhausstraße aus erfährt eine große Aufwertung. Sogar der Zebrastreifen über die Wollhausstraße wird verlegt. Das macht die Kreuzung übersichtlicher. Und der Fußweg von der Synagogengasse her mündet direkt auf die KSK. Drei grüne Inseln, Bäume, Sitzgelegenheiten, die übliche Ausstattung mit Abfalleimern und Beleuchtung: So sieht die kleine grüne Lunge, die zwischen Kreissparkasse, städtischem Sozialamt und Heilbronner Stimme liegt, in Zukunft aus. Ein Blumenband, durchbrochen von Fußwegen, wird die drei Rasenflächen verbinden. Es wird, wie in Heilbronn üblich, in jahreszeitlichem Wechsel bepflanzt − "wie es war", sagt Barz. Er ist sich sicher, dass der Platz ein Kommunikationsort bleibt für die Leute, die ringsum wohnen und arbeiten.

Ende Mai sollen die Bauarbeiten, wenn das Wetter mitmacht und alles gut läuft, abgeschlossen sein.