PS-starkes Familienfest

Trecker-Treck in Sontheim mir rund 200 Teilnehmern begeistert Schlepperfreunde

Von unserem Redakteur Jürgen Paul

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Wenn die Vorderräder abheben, geht es meist nicht mehr weiter. Denn dann ist das Gewicht des Bremswagens zu schwer für die Maschine. Nur die wenigsten schaffen es auf der 75 Meter langen ansteigenden Bahn bis ins Ziel.Fotos: Dennis Mugler

Heilbronn - Der Trecker-Treck ist ein Phänomen. Seit nunmehr 16 Jahren pilgern tausende Menschen am ersten Wochenende im September zu den Sontheimer Hüttenäckern, um Schleppern, Geländewagen und Quads beim sportlichen Wettkampf zuzuschauen. Doch der Trecker-Treck ist keine simple Sportveranstaltung, sondern ein über Jahre gewachsenes Gesamtkunstwerk aus Motorsport, Familienfest und Open-Air-Party. Auch wer sich nur am Rande für die PS-Zahlen der Schlepper und die Gewichte an den Bremswagen interessiert, kommt auf seine Kosten.

"Alles, die ganze Atmosphäre hier", antwortet Hans Melzer auf die Frage, was ihm am Trecker-Treck besonders gefällt. Gemeinsam mit seiner Frau steht der Öhringer am Ende der 75 Meter langen ansteigenden Strecke, auf der die Schlepper den tonnenschweren Bremswagen so weit wie möglich ziehen. Wer es bis ins Ziel schafft, hat einen sogenannten "Full Pull" erreicht, was freilich nur den wenigsten der rund 200 Teilnehmer vergönnt ist. Melzer war früher selbst Landwirt, was den Trecker-Treck für ihn besonders interessant macht.

Viele Kinder Es sind wie immer viele Familien mit Kindern gekommen, um die größte Schlepperparade der Region zu erleben. So wie die Zwillinge Jakob und Lennart Strauß aus Heilbronn, die sich in die Schlange vor dem Kinder-Schlepper-Kurs gestellt haben. "Mit viel Gewicht" hintendran wollen sie fahren, nein, "super viel Gewicht" muss es sein, da sind sich die fünfjährigen Schlepperfans einig. Nach getaner Arbeit schauen sich die beiden gemeinsam mit dem Rest der Familie die großen Standardschlepper in Aktion an.

Dich gedrängt stehen vor allem am Sonntag die Menschen an der abgesperrten Strecke, freie Plätze sind Mangelware. Erfahrene Trecker-Treck-Fans wissen sich aber zu helfen. Die Clubs haben ihre Hänger am Streckenrand geparkt und sich dort häuslich eingerichtet. Leder- und Polstersessel und sogar ganze Couchgarnituren haben sie mitgebracht, um das Geschehen ganz gemütlich bei einem Bierchen von oben verfolgen zu können.

Unten auf der Bahn bereiten sich derweil Marten Höper und Kai Ackermann vom Verein d’Wimmentaler auf ihre Fahrt vor. Mit seinem 60 PS-starken Fendt 260V reicht es Ackermann letztlich nur zum zwölften Platz. Spaß hat der 17-Jährige trotzdem jede Menge. "Der Trecker-Treck ist das Event des Jahres", sagt Marten Höper. Das ganze Jahr bastle man an seinen Schleppern herum, um für das "Highlight" auf den Hüttenäckern gerüstet zu sein, sagt der 20-Jährige.

Für das Trecker-Team Sontheim ist das Wochenende stets ein enormer Kraftakt. Vereinsvorsitzender Franz Weis und seine Kollegen sind im Dauereinsatz, genauso wie die Helfer an Grill, Ausschank und Wertungsstand. Dass die Besucherzahl etwas unter den 4500 Menschen im Vorjahr geblieben ist, kann Weis verschmerzen. "Das Wetter hat mitgespielt, alles ist gut gelaufen", zog der Vereinsvorsitzende am Sonntagnachmittag gut gelaunt Bilanz.

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PS-starkes Familienfest
Früh übt sich, wer später einen großen Schlepper fahren will. Auch die Mini-Ausgabe hat schon Gewicht dranhängen.
PS-starkes Familienfest
Schlag auf Schlag fahren Schlepper der verschiedensten Klassen über die Bahn auf den Sontheimer Hüttenäckern.