Bücherschrank am Bollwerksturm erregt Aufmerksamkeit

Heilbronn  Leseratten sind neugierig auf den neu eröffneten Bücherschrank beim Bollwerksturm. Die Heilbronner Stadtbibliothek bestückte den Schrank mit rund 150 Werken aus allen möglichen Genres.

Von Lukas Löw

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Kirsten Pfeiffer (links) und Anneliese Truckenmüller stöbern im offenen Bücherschrank beim Heilbronner Bollwerksturm.Foto: Lukas Löw

Kleine Kinder steigen von ihren Fahrrädern, um einen neugierigen Blick in den großen Kasten mit Glasscheibe zu werfen. Ein älteres Ehepaar gesellt sich zu ihnen, um auch einmal in den geheimnisvollen Schrank zu schauen. Seit der Einweihung des Platzes am Bollwerksturm kann man dort ein neues Projekt der Stadt Heilbronn begutachten. Durch die Privatinitiative von Bernd Muff wurde in Zusammenarbeit mit dem Amt für Straßenwesen und der Stadtbibliothek ein frei zugänglicher Bücherschrank aufgestellt, der erste seiner Art im öffentlichen Raum.

Stadtmöbel

Die Grundidee dieses ungewöhnlichen Stadtmöbels ist leicht zu verstehen. Jeder kann den Schrank benutzen. Es dürfen Bücher herausgenommen oder neue hineingelegt werden. Ein herausgenommenes Buch muss nicht zurückgebracht werden. Um den daraus entstehenden Bücherkreislauf aufrecht zu erhalten, bietet es sich an, irgendwann wieder ein Buch in den Schrank zu legen. Als Vorbild für den Heilbronner Bücherschrank dienen die bereits zahlreich aufgestellten Bücherschränke auf der ganzen Welt.

"Das erste Mal habe ich so einen in Liverpool gesehen", erinnert sich Anneliese Truckenmüller aus Flein. "Ich finde es toll, dass nun auch einer mitten in Heilbronn steht." In vielen Städten erfreuen sich die Bücherschränke großer Beliebtheit. "Es ist eine tolle Möglichkeit, alte Bücher davor zu bewahren, im eigenen Bücherschrank zu vermodern", schildert die Heilbronner Zahntechnikerin Judith Weik. "Ich laufe oft an dem Schrank vorbei und schaue nach, welche Bücher neu dazu gelegt wurden", erzählt die 51-Jährige.

Alle möglichen Genres

Die Heilbronner Stadtbibliothek bestückte den Schrank anfangs mit rund 150 Werken aus allen möglichen Genres. Falls der Schrank irgendwann leer sein sollte, wird die Bibliothek für Nachschub sorgen und ihn erneut mit Werken aus der Bibliothek befüllen. "Ich glaube aber nicht, dass das jemals nötig sein wird", versichert die stellvertretende Bibliotheksleiterin Dorit Kuhnle zuversichtlich.


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